Andenes






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Unsere Walsafari ist erst 17.30 Uhr. Also nutzen wir den Vormittag um
Andøya zu erkunden. Leider ist es heute sehr warm und die Fliegen und
Bremsen sind entsprechend aktiv. Einige Orte können wir nicht besuchen.
Bakkan Sletten zum Beispiel. Bereits auf dem Parkplatz werden wir von
vielen Fliegen und Bremsen "gequält". Wir versuchen trotzdem zur
Ausgrabungsstätte zu gelangen. Aber dort wird es noch schlimmer. Die
Wärme macht die Insekten aggressiv. Wir flüchten im Stechschritt zurück
zu unserem Auto. In Meeresnähe ist es auszuhalten. An der Bukkekjerka
haben wir unsere Ruhe. In Björnskinn und Åse wird es noch einmal
spannend. Hier sind aber nicht so viele Insekten wie in Bakkan. Wir
umrunden Andøy einmal und fahren zurück. Wir wollen möglichst fertig
sein mit dem Mittagessen, wenn die Angler von ihrer Tour zurückkommen.
Nach dem Mittagessen machen wir noch einen gepflegten Mittagschlaf. Die
Walsafari kann unter Umständen länger dauern, da wollen wir fit sein.
Gegen 16.00 Uhr gehen wir zur Touristinformation von Andenes, die
gleich neben dem Wal-Center liegt. Hier kaufen wir ein paar
Ansichtskarten und pilgern noch etwas durch das Polarlichtcenter und
HISNAKUL. Um 16.45 Uhr checken wir im Walcenter ein. Zu uns gesellen
sich noch zwei spanische Reisebusse. Die Fahrt dürfte sehr anregend
werden. Pünktlich um 17.30 Uhr startet die Führung im Walcenter.
Zuerst erhalten wir eine kurze Einführung zum Ablauf. Dann gibt es
Tabletten gegen Seekrankheit. Wir verzichten, wird schon nicht so
schlimm werden. Die Teilnehmer werden nach Sprachen aufgeteilt. Es gibt
eine englische, eine spanische und eine deutsche Gruppe. Danach sehen
wir eine Diashow mit Bildern von Walen, Seevögeln und
Nordland-Impressionen. Anschließend findet die Führung durch das Museum
statt. Jede Gruppe startet an einem anderen Punkt. Unser Führer, Uwe,
kommt aus Deutschland. Es gibt sehr viele interessante Details. So
erfahren wir, dass für die hiesigen Norweger früher alle Vögel, die
gegessen werden können, Enten hießen. Ente heißt auf Norwegisch And.
Aus diesem Grund der Name der Insel: Andøya. Zum Thema Walfang gibt es
auch ein paar Fragen, aber die Antworten sind kurz und prägnant: Die
Norweger stehen halt dazu, es ist Tradition, die sie sich nicht
verbieten lassen. Nach der Führung geht es zur Mole auf der anderen
Seite des Ortes. Dort warten wir auf die "Andfjord". Der Himmel hat
sich mittlerweile zugezogen und kurz nach dem Ablegen schlägt das
Wetter um. Es regnet. Zum Glück gibt es auf dem Schiff Windjacken für
die Passagiere. Die Suche nach den Walen dauert ziemlich lange. Unsere
Guides versuchen sich in Erklärungen: Orcas, U-Boote, die aktuell
laufende Fangsaison. Unterwegs begegnen wir der "Reine", einem
Schwesterschiff der "Andfjord". Sie ist auf dem Weg zurück zum Hafen.
Der Kapitän gibt unserem Schiff die letzten Koordinaten einer
Walsichtung durch. Unser Schiff macht sich umgehend auf den Weg
dorthin. Nach drei Stunden Suche ist es nun endlich soweit: Wir sehen
die Rückenflosse eines Pottwalbullen. Das Schiff nähert sich dem Tier,
damit Fotos gemacht werden können. Wahrscheinlich stören wir den Wal
damit, denn er verschwindet unter Wasser. Unsere Guides erklären uns,
dass er kurzfristig wieder auftauchen würde, da er seine Flukke noch
nicht gezeigt hat. Der Wal hält sich nahe der Wasseroberfläche auf.
Erst wenn er seine Flukke anhebt, macht er sich in die Tiefsee auf, was
dann zwischen 30 Minuten und 3 Stunden dauern kann. Also warten wir
geduldig weiter. Nach ca. 20 Minuten ist er wieder da. Und das
fotografieren geht weiter. Allerdings kommen wir dem Wal erneut zu nahe
und er taucht wieder ab. Es dauert wieder eine halbe Stund, dann sehen
wir die Rückenflosse ein drittes Mal im Wasser. Allerdings nur kurz,
dann ist das Tier wieder verschwunden. Diesmal sei er in die Tiefsee
abgetaucht, erklären uns die Guides. Leider hat er seine Flukke nicht
sichtbar in die Höhe gestreckt. Das ist aber das eigentliche Highlight
einer Walsafari. Wir sind etwas enttäuscht, aber auch glücklich, das
war unser erster Pottwal. Aus diesem Grund wird den Teilnehmern eine
weitere kostenlose Fahrt am nächsten Tag angeboten. Leider fahren wir
am Sonntag schon weiter, so dass wir dieses Angebot nicht annehmen
können. Gegen 1.00 Uhr erreicht die "Andfjord" den Hafen von Andenes.
Wir sind noch viel zu aufgewühlt, um schon schlafen zu gehen. Wir
machen uns noch einen kleinen Imbiss und lassen das Erlebte noch einmal
auf uns wirken. Unsere Nachbarn, die Angler, haben Rücksicht walten
lassen und keinen Fisch ins Haus gebracht. Wir sind sehr erleichtert. |
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am Freitag, 25. August 2006 (398 hits) |
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 25. August 2006 )
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