Norwegen 2005 - Mit der Hurtigrute ins Nordland
 
 
Dienstag, 14. Juni 2005 PDF Drucken E-Mail
Kjellarnes - Digermulen - Årstein - Digermulkollen

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Heute stehe ich gegen 11.00 Uhr auf. Kaffee und ein Marmeladenbrot reichen zum Frühstück. Sven und Hermann sind schon länger auf den Beinen. Haare waschen ist mit kaltem Wasser kein Vergnügen, aber was muss das muss. Sven findet einen Dreh am Boiler, dass das Wasser zumindest nicht unangenehm kalt bleibt. Da können wir uns doch noch auf eine Dusche freuen.
Um 12.00 fahren Sven und ich in Richtung Digermulen. Wir wollen dem Krambua einen Besuch abstatten. Hier ist heute richtig was los, im Vergleich zu Sonntag. Im Markt zählen wir vier Angestellte. In Deutschland wäre eine solche Bestückung mit Personal schlichtweg undenkbar. Auf dem Einkaufszettel stehen Brot und Kaffee. Dann finden wir noch eine „Lofoten-Fischsoße“. Müssen wir mal probieren. Es schwimmt ja genug Fisch im Fjord herum. Danach fahren wir weiter Richtung Årsteinen. Nach Valen wird der Weg zu einer Schotterpiste und etwas unwegsam. Aber wir schlängeln uns bis zum Ende durch. Auf der Rücktour halten wir an einem kleinen Strand an. Es ist fast wie ein Wunder. Inmitten der Felsen so ein weißer Sandstreifen. Und in Ufernähe türkises Wasser. Ein paar Schritte ins Wasser zeigen uns dann aber deutlich wo wir sind. Bis zu den Knöcheln und nicht weiter. Es ist erschreckend kalt. Am Strand finden wir viele Muscheln, leere Seeigel und ein paar vertrocknete Krabben. Ein Griff in den Sand zeigt uns, dass der ganze Strand aus zerkleinerten Muscheln besteht. Der Anblick ist trotzdem eine Wucht. Außer uns tummelt sich noch ein Pärchen aus Schweden am Strand. Aber so klein er ist, man gerät sich nicht in den Weg. Weiter zurück halten wir noch an einem kleinen Rastplatz für ein paar Fotos. Dann geht es zum Haus zurück. Ingrid hat den Erbseneintopf fertig. Wir können Mittag essen. Mittlerweile ist es 13.30 Uhr. Um 15.00 Uhr sind auf einmal alle in Betten verschwunden für eine kurze Mittagspause. Ich wasche derweil meine Jeans, die Jacke und ein paar T-Shirts.
Um 16.15 Uhr ist Sven wieder wach. Wir überlegen, was wir mit dem restlichen Tag anfangen.
Beinahe hätte ich die südgehende Rute verpasst. Als ich am Ufer stehe, verlässt die KONG HARALD gerade den Trollfjord. Schwein gehabt. Leider muss ich gegen die Sonne fotografieren, die Bilder werden bestimmt etwas blass. In 11 Tagen wird dieses Schiff wieder gen Süden fahren und dann werden wir in Svolvær zusteigen und dieser wunderschöne Urlaub wird zu Ende gehen.
Langsam kommt die übrige Belegschaft wieder zu sich. Jetzt lösen wir auch endlich das Geheimnis des warmen Wassers. Der Boiler ist mit der Lampe im Badezimmer gekoppelt. Brennt die Lampe, heizt der Boiler. Ist eine gute Idee. So läuft der Boiler nicht die ganze Zeit sinnlos vor sich hin. Aber da muss man erst einmal drauf kommen.
20.00 Uhr gibt es Abendbrot, da wir anschließend noch auf den Digermulkollen steigen wollen. 20.45 Uhr steigen wir ins Auto und fahren bis zum Krambua in Digermulen. Dann geht es zu Fuß weiter. Der Berg hat es wirklich in sich. Ich gehe voraus. Dann kommt Ingrid und zum Schluss Sven. Der Weg verläuft sehr steil. Streckenweise läuft es sich sehr gut, dann folgen Geröllwege, die es richtig in sich haben. An manchen Stellen kommen wir nur mit Hilfe der am Wegesrand befestigten Seile voran. Bei nassem Wetter dürfte der Aufstieg fast unmöglich sein. Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht wegrutschen. Der Gipfel schaut ständig verlockend auf uns herab. „Es ist wohl nicht mehr weit“ war der am häufigsten gesprochene Satz. Unterwegs genießen wir bereits die umwerfende Aussicht auf Digermulen und Valen. Leider machen uns die Mücken sehr zu schaffen. Am Boden wimmelt es von Ameisen, wir müssen also in Bewegung bleiben. Dann folgt endlich ein größeres Schneefeld, Ameisen- und Mückenfrei, hier können wir kurz verschnaufen und unser Wasser trinken. Und weiter geht es. Der Berg lockt, es sieht aus, als wäre der Gipfel nah. Nach etwas über zwei Stunden, unzähligen Geröllpisten, matschigen Grasnarben und gefrorenen Schneefeldern, stehen wir endlich oben. Zur Belohnung spannt sich ein herrlicher Regenbogen von Årsteinen bis zur nächsten Insel im Osten. Das heißt aber auch, dass wir nicht viel Zeit haben. Der Regen zieht zu uns herüber. Wenn wir nicht vom Wetter überrascht werden wollen, dürfen wir nicht lange verweilen. Also schnell Fotos von den Gedenksteinen und natürlich dem gigantischen Regenbogen machen. Sven findet das Gipfelbuch in einer Metallkiste. Wir tragen uns ein. Dann beginnt der Abstieg. Wer hat gesagt, runter ginge es leichter? Wir gehen einige Male in die Knie. Ich hoffe nur, dass Svens Fuß die Strapazen gut übersteht. Am erstaunlichsten ist aber, wie Ingrid durchhält, mit 62 Jahren und einem künstlichen Hüftgelenk.
Um 0:44 Uhr geht der Himmel in ein strahlendes Orange über. Also haltmachen und Fotografieren. Leider nehmen uns die Bäume die Sicht. Kurze Zeit später passieren wir die wacklige „Brücke“ am Ende der Strecke und erreichen ein paar Minuten später unser Auto. Wir haben Glück, es regnet noch nicht. Schnell zurück zum Haus und ab in die Kojen.



Geschrieben von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst am Dienstag, 1. August 2006 (899 hits)
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 26. Januar 2008 )
 
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