Kjellarnes - Digermulen - Årstein - Digermulkollen






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Heute
stehe ich gegen 11.00 Uhr auf. Kaffee und ein Marmeladenbrot
reichen zum Frühstück. Sven und Hermann sind schon
länger auf den Beinen. Haare waschen ist mit kaltem Wasser
kein Vergnügen, aber was muss das muss. Sven findet einen
Dreh am Boiler, dass das Wasser zumindest nicht unangenehm
kalt bleibt. Da können wir uns doch noch auf eine Dusche
freuen.
Um 12.00 fahren Sven und ich in Richtung Digermulen. Wir wollen
dem Krambua einen Besuch abstatten. Hier ist heute richtig
was los, im Vergleich zu Sonntag. Im Markt zählen wir
vier Angestellte. In Deutschland wäre eine solche Bestückung
mit Personal schlichtweg undenkbar. Auf dem Einkaufszettel
stehen Brot und Kaffee. Dann finden wir noch eine „Lofoten-Fischsoße“.
Müssen wir mal probieren. Es schwimmt ja genug Fisch
im Fjord herum. Danach
fahren wir weiter Richtung Årsteinen. Nach Valen wird
der Weg zu einer Schotterpiste und etwas unwegsam. Aber wir
schlängeln uns bis zum Ende durch. Auf der Rücktour
halten wir an einem kleinen Strand an. Es ist fast wie ein
Wunder. Inmitten der Felsen so ein weißer Sandstreifen.
Und in Ufernähe türkises Wasser. Ein
paar Schritte ins Wasser zeigen uns dann aber deutlich wo
wir sind. Bis zu den Knöcheln und nicht weiter. Es ist
erschreckend kalt. Am Strand finden wir viele Muscheln, leere
Seeigel und ein paar vertrocknete Krabben. Ein Griff in den
Sand zeigt uns, dass der ganze Strand aus zerkleinerten Muscheln
besteht. Der Anblick ist trotzdem eine Wucht. Außer
uns tummelt sich noch ein Pärchen aus Schweden am Strand.
Aber so klein er ist, man gerät sich nicht in den Weg.
Weiter zurück halten wir noch an einem kleinen Rastplatz
für ein paar Fotos. Dann geht es zum Haus zurück.
Ingrid hat den Erbseneintopf fertig. Wir können Mittag
essen. Mittlerweile ist es 13.30 Uhr. Um 15.00 Uhr sind auf
einmal alle in Betten verschwunden für eine kurze Mittagspause.
Ich wasche derweil meine Jeans, die Jacke und ein paar T-Shirts.
Um 16.15 Uhr ist Sven wieder wach. Wir überlegen, was
wir mit dem restlichen Tag anfangen.
Beinahe
hätte ich die südgehende Rute verpasst. Als ich
am Ufer stehe, verlässt die KONG HARALD gerade den Trollfjord.
Schwein gehabt. Leider muss ich gegen die Sonne fotografieren,
die Bilder werden bestimmt etwas blass. In 11 Tagen wird dieses
Schiff wieder gen Süden fahren und dann werden wir in
Svolvær zusteigen und dieser wunderschöne Urlaub
wird zu Ende gehen.
Langsam kommt die übrige Belegschaft wieder zu sich.
Jetzt lösen wir auch endlich das Geheimnis des warmen
Wassers. Der Boiler ist mit der Lampe im Badezimmer gekoppelt.
Brennt die Lampe, heizt der Boiler. Ist eine gute Idee. So
läuft der Boiler nicht die ganze Zeit sinnlos vor sich
hin. Aber da muss man erst einmal drauf kommen.
20.00
Uhr gibt es Abendbrot, da wir anschließend noch auf
den Digermulkollen steigen wollen. 20.45 Uhr steigen wir ins
Auto und fahren bis zum Krambua in Digermulen. Dann geht es
zu Fuß weiter. Der Berg hat es wirklich in sich. Ich
gehe voraus. Dann kommt Ingrid und zum Schluss Sven. Der Weg
verläuft sehr steil. Streckenweise läuft es sich
sehr gut, dann folgen Geröllwege, die es richtig in sich
haben. An manchen Stellen kommen wir nur mit Hilfe der am
Wegesrand befestigten Seile voran. Bei
nassem Wetter dürfte der Aufstieg fast unmöglich
sein. Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht
wegrutschen. Der Gipfel schaut ständig verlockend auf
uns herab. „Es ist wohl nicht mehr weit“ war der
am häufigsten gesprochene Satz. Unterwegs genießen
wir bereits die umwerfende Aussicht auf Digermulen und Valen.
Leider machen uns die Mücken sehr zu schaffen. Am Boden
wimmelt es von Ameisen, wir müssen also in Bewegung bleiben.
Dann folgt endlich ein größeres Schneefeld, Ameisen-
und Mückenfrei, hier können wir kurz verschnaufen
und unser Wasser trinken. Und weiter geht es. Der Berg lockt,
es sieht aus, als wäre der Gipfel nah. Nach etwas über
zwei Stunden, unzähligen Geröllpisten, matschigen
Grasnarben und gefrorenen Schneefeldern, stehen wir endlich
oben. Zur
Belohnung spannt sich ein herrlicher Regenbogen von Årsteinen
bis zur nächsten Insel im Osten. Das heißt aber
auch, dass wir nicht viel Zeit haben. Der Regen zieht zu uns
herüber. Wenn wir nicht vom Wetter überrascht werden
wollen, dürfen wir nicht lange verweilen. Also schnell
Fotos von den Gedenksteinen und natürlich dem gigantischen
Regenbogen machen. Sven findet das Gipfelbuch in einer Metallkiste.
Wir tragen uns ein. Dann beginnt der Abstieg. Wer hat gesagt,
runter ginge es leichter? Wir gehen einige Male in die Knie.
Ich hoffe nur, dass Svens Fuß die Strapazen gut übersteht.
Am erstaunlichsten ist aber, wie Ingrid durchhält, mit
62 Jahren und einem künstlichen Hüftgelenk.
Um
0:44 Uhr geht der Himmel in ein strahlendes Orange über.
Also haltmachen und Fotografieren. Leider nehmen uns die Bäume
die Sicht. Kurze Zeit später passieren wir die wacklige
„Brücke“ am Ende der Strecke und erreichen
ein paar Minuten später unser Auto. Wir haben Glück,
es regnet noch nicht. Schnell zurück zum Haus und ab
in die Kojen. |
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am Dienstag, 1. August 2006 (412 hits) |
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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 26. Januar 2008 )
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