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Kabir BediKabir Bedi
Kalender: Il Corsaro Nero - Oktober

 
 
01. Oktober

Das ist der schwarze Korsar, Hauptdarsteller der abenteuerlichen Erlebnisse, die in diesem Buch erzählt werden. Der unerschrockene Seefahrer ist in Wirklichkeit ein italienischer Aristokrat und heißt Graf Emilio di Ventimiglia. Er streift durch die Meere Südamerikas mit seinem Schiff „La Folgore, da er noch eine Rechnung mit dem flämischen Herzog Van Gould offen hat. Der Bevollmächtigte des spanischen Königs hat bei verschiedenen Gelegenheiten Verrat verübt und viele Mitglieder der Familie di Ventimiglia getötet. Berühmt für seine Courage und seine Schlauheit, ist der schwarze Korsar geachtet und gefürchtet bei all denen, die die Gelegenheit hatten, ihn zu treffen oder mit ihm zu kämpfen. Der König von Spanien hat die Herrichtung eines mächtigen, gerüsteten Schiffes „La Reina“ befohlen, mit dem ausdrücklichen Auftrag, den schwarzen Korsaren zu schlagen.

02. Oktober

Honorata, die Tochter des Herzog Van Gould, ist eine bildschöne junge und sanfte Blonde, die das Schicksal auf den Weg von Emilio di Ventimiglia führt, auch bekannt als der schwarze Korsar. Die zwei jungen Menschen verlieben sich ineinander, ohne zu wissen, wer die geliebte Person ist. Aber die Wahrheit wird entdeckt und die bittere Rivalität zwischen den Ventimiglias und Van Gould, zwingt sie zur Tennung. Aber die Gefühle zwischen Honorata und Emilio sind zu stark. Später, nach dramatischen Zeiten, treffen sich die beiden wieder und bleiben zusammen. Honorata ist zwar ein Mädchen, ist aber unerschrocken wie ein Krieger und beweist während all der Ereignisse seine Courage und seine Widerstandskraft.

03. Oktober

Der flämische Herzog Van Gould ist der Vertraute des Königs von Spanien, der ihn mit der Autorität eines Vizekönigs nach Maracaibo geschickt hat, um der Nutzlosigkeit des Gouverneurs Don Ribeira abzuhelfen. Van Gould hat die Aufgabe erhalten, die Freibeuter der Tortue zu beseitigen, die besser sind als die Männer des Gouverneurs und ständig die Macht Spaniens bedrohen. In der Vergangenheit wurde jeder Angriff der Spanier auf die Zuflucht der Piraten, die Insel Tortue, durch eine Niederlage beendet. Van Gould beabsichtigt stattdessen, den Durchbruch der Korsarenschiffe abzuwarten und dann eins ums andere zu zerstören. Aber der Mann, den Van Gould am meisten hasst, ist der schwarze Korsar und er würde alles geben, um ihn zu besiegen.

04. Oktober

Wir befinden uns in der Gegend um die Stadt Maracaibo, an der Küste des karibischen Meeres. In diesem Winkel des Strandes, zwischen Felsen, Sand und Palmenrauschen, findet das Treffen von drei adeligen Brüdern statt: Emilio, Enrico und Amedeo di Ventimiglia. Aber nur der Zweite und der Dritte sind bereits zur Verabredung gekommen, zusammen mit ihren treuen Knappen.

05. Oktober

Amedeo di Ventimiglia, bekannt als der grüne Korsar, ist der jüngste der Brüder: er ist jünger als zwanzig Jahre und hat noch die Gestalt eines Jugendlichen. Seine Anzüge sind elegant und raffiniert, tendieren stets zur Farbe Grün. Amedeo war der Erste am verabredeten Treffpunkt. Bei ihm ist ein alter Edelmann, Van Stiller, sein Knappe, der ihn auf seinen Abenteuern begleitet.

06. Oktober

Enrico di Ventimiglia, bekannt als der Rote Korsar, hat nicht nur seine Gewänder auf die Farbe Rot abgestimmt: auch seine Haare sind flammendrot und sein Gesicht von Sommersprossen übersät. Begleitet wird Enrico durch seinen Knappen Carmaux, einem ehemaligen Dieb, der seinem jungen Herrn zutiefst ergeben ist. Nun erwarten die vier Emilio di Ventimiglia, den ältesten der Brüder, auch genannt der schwarze Korsar und in ganz Südamerika für seine Kühnheit berühmt. Aber Emilio verspätet sich und die zwei jüngeren Brüder beben vor Ungeduld. Die drei treffen sich, um den Herzog Van Gould zu bestrafen, der vor zehn Jahren ihre Eltern nach Verrat getötet hat.

07. Oktober

Van Stiller, der Knappe des Grünen Korsaren, berichtet, dass er gerade eine mächtige spanische Galeere, die "El Conquistador" gesehen habe, die die Segel einholt, um in den Hafen einzufahren. Unter der gelben Flagge des spanischen Königs konnte man einen großen und blonden Mann in prunkvollen Gewändern erkennen: Das war er, Van Gould. Enrico und Amedeo werden unruhig. „Wir beide müssen sofort gehen“, entscheidet der Rote Korsar „anderenfalls besteht die Gefahr, dass dieser Hund Maracaibo wieder verlässt! Carmaux und Van Stiller erwarten hier unseren Bruder und folgen später gemeinsam“. Die zwei jungen Männer machen sich auf nach Maracaibo, voller Enthusiasmus und entschieden zu handeln.

08. Oktober

Der Herzog Van Gould verlässt die Galeone des spanischen Königs und macht sich bereit, die Stadt zu betreten. Er weiß, dass er Vollmacht hat und ist entschieden, sich durchzusetzen. Unterdessen hat er einer Gruppe von Offizieren, bis an die Zähne bewaffnet, den Befehl gegeben, nicht von seiner Seite zu weichen. Es sind alle Flamen wie er: alle groß, blond, stämmig und wild.

09. Oktober

Im Palast des Gouverneurs wartet Don Ribeira, der adelige Spanier, fett und faul von den Jahren der laschen Verwaltung der spanischen Kolonie. Sein prunkvoller Wohnsitz wird von hunderten Lakaien versorgt, ist von großem Wert; aber genau dieser maßlose Luxus lässt Don Ribeira immer mehr abstumpfen. Der Gouverneur weiß noch nicht, warum Van Gould angekommen ist.

10. Oktober

Der Gouverneur geht dem flämischen Herzog entgegen, gefolgt von seinen Höflingen, alle in Galagewändern.Der Kontrast zwischen den bunten und geschmückten Gewändern und gekräuselten Frisuren der Spanier und der militärischen Schlichtheit der Flamen wird sofort offenbar. Die Flamen mit grimmigem Gesicht, kommen wie ein Herr von Angreifern.

11. Oktober

Van Gould präsentiert sich dem Gouverneur kalt und ironisch. Der Zeremonienmeister macht die Vorstellungen: „Der Herzog Van Gould, der Gouverneur von Maracaibo Don Ribeira von Aguanida, y Alcantar, y Mendoza, y Lopez, y …". „Schon gut!“, unterbricht Van Gould „???“. Das Gesicht von Don Ribeira wird schlaff und blass.

12. Oktober

„Was erlaubt Ihr Euch?“, schreit der Gouverneur „Wißt Ihr wen Ihr vor Euch habt?“. „Ja“, erwidert Van Gould „einen Schönfärber und Nichtskönner!“. Und er reicht Don Ribeira ein Pergament, es ist das Beglaubigungsschreiben des spanischen Königs. „Aber das verleiht Ihnen ja die Rechte eines Vizekönigs“, stottert der dicke Leser des Pergaments. „Natürlich“, erwidert Van Gould „und ich habe die Absicht Gebrauch davon zu machen“.

13. Oktober

Die neben dem Herzog Van Gould stehenden Flamen seiner Leibwache lachen höhnisch. Einer von ihnen ist besonders wild: es ist Schutz, der Stellvertreter vom Herzog, bekannt für seine Gewalt und seine Unbarmherzigkeit. Der Herzog neben ihm kann sich stets sicher fühlen, und ist vielleicht deswegen so ein Aufschneider.

14. Oktober

Don Ribeira weiss, dass er dem Geschehen nichts entgegensetzen kann. Er verbeugt sich vor dem Usurpator und befiehlt für den selben Abend einen prunkvollen Empfang zu Ehren des Gastgebers. Es wird das übliche sein: silbernes Tafelzeug, Kristall, ausgesuchte Speisen, wertvolle Weine, exotische Früchte; und es werden alle Regierungsbeamten und der örtliche Adel präsent sein.

15. Oktober

Während der Nacht nähert sich ein Piratenschiff der Küste: es ist die „La Folgore“, an Bord ihr Commandant, Emilio di Ventimiglia, genannt der schwarze Korsar. Der junge Adelige kommt mit ziemlicher Verspätung an, aber er ist durch eine Begegnung aufgehalten worden: ein angriff auf das mächtige spanische Schiff „La Reina“, viel größer und besser bewaffnet als die Folgore. Und der schwarze Korsar hat es versenkt.

16. Oktober

An Bord eines Beibootes erreicht Emilio di Ventimiglia das Ufer, hoffend, Enrico und Amedeo wartend vorzufinden. Sein Herz ist jedoch bedrückt von einer traurigen Vorahnung. Und tatsächlich erwartet ihn eine schreckliche Nachricht: etliche Stunden zuvor sind seine jungen Brüder durch einen Verrat Van Goulds auf dem Empfang im Palast des Gouverneurs getötet worden.

17. Oktober

Der Korsar setzt seinen Fuß an Land, noch immer gramvoll: dennoch sucht er immer das Ufer ab, hoffend, die Gestalten seiner Brüder zu erblicken. Was, wenn sie gemeinsam gegangen sind, um sich an Van Gould zu rächen, fragt er sich. Leider ist es genau so, und durch ihren jugendlichen Ungestüm sind sie eine leichte Beute gewesen für die Hinterlist des Verräters Van Gould und die Grausamkeit seiner Soldaten

18. Oktober

Zwei Gestalten nähern sich Emilio, aber es sind nicht Enrico und Amedeo; es sind ihre Knappen, die dem schwarzen Korsaren die schmerzliche Nachricht bringen. Nun hat Emilio di Ventimiglia alle seine Verwandten verloren und alle durch die Hand von Van Gould. Bereits vor zehn Jahren ermordete der Flame nach einem Verrat die Eltern des Korsaren, die ihn für einen Freund hielten. Er plünderte dann ihr Vermögen und flüchtete sich dann in die Nähe des Königs von Spanien.

19. Oktober

Ein wenig entfernt vom Ufer zeichnet sich eine Gruppe von Häusern in einer Säule aus Rauch und Flammen ab: Die Spanier haben ein Eingeborenendorf angezündet und metzeln seine Bewohner nieder. Es ist die Politik des Terrors von den iberischen Truppen, die die einheimische Bevölkerung umbringen und die Häuser zerstören, um die unaufhaltsame Macht Spaniens zu zeigen.

20. Oktober

Der schwarze Korsar, mit von Verachtung geschwollenem Herzen, zieht seine Klinge und eilt in Richtung der Soldaten, die fortfahren, die Ureinwohner zu terrorisieren. Carmaux und Van Stiller flankieren ihn und alle drei fallen wie die Furien über die Angreifer her, sie bringen zwei oder drei dazu zu drehen, holen sie vom Pferd, und durchbohren sie. Die Soldaten, völlig überrascht, werden nicht gewahr, dass es nur drei Angreifer sind, und viele von ihnen treten den Rückzug an.

21. Oktober

Emilio di Ventimiglia bemerkt einen berittenen Offizier, der mit einer beschlagenen Keule zuschlagen will: Der schwarze Korsar lässt sich auf den Zweikampf ein und schlägt sich wie ein Löwe. Der Spanier ist im Vorteil und ausserdem bis an die Zähne gerüstet, aber der Italiener ist wendig und listig wie nur wenige. Plötzlich glaubt der Gegner Möglichkeit für einen Schlag gefunden zu haben ...

22. Oktober

... Emilio weicht blitzartig aus und durchbohrt ihn mit seiner Klinge, so dass er vom Pferd stürzt. Der Korsar dreht sich nach den anderen Soldaten um, welche sich in einer Gruppe nähern, und durch seine katzenartigen Sprünge, gelingt es ihm, sie immer wieder zu treffen ohne getroffen zu werden. Die überlebenden Spanier, ziehen sich wie betäubt entgültig zurück.

23. Oktober

Nun ist das Massaker in dem Dorf beendet und die hohen Flammen nehmen sich alles. Im Land herum liegen zerstreut tote Leiber. Emilio und seine beiden Gefährten laufen zwischen den brennenden Häusern umher, suchen nach Überlebenden, sie finden jedoch nur Leichen und Zerstörung. „Dieses Blutbad ist durch Menschen unserer Rasse begangen worden!“ murmelt der schwarze Korsar.

24. Oktober

Etwas entfernt bewegt sich eine Gestalt, es ist ein Indianermädchen, sehr jung und schön, welches verzweifelt weint, allein zwischen den Ruinen und den Leichen. Der schwarze Korsar, Van Stiller und Carmaux bewegen sich zu ihr hin, und während sie sich nähern, hören sie ein leises Murmeln, ein Klagen ähnlich einem melancholischen Lied begleitet von zwei rhytmisch auf die Erde geschlagenen Steinen.

25. Oktober

Das Mädchen ist dabei, ein Begräbnisritual für seine beiden Brüder zu vollenden, Opfer der Gewalt der Spanier. Ihr schönes Gesicht, umrahmt von langen Haaren, ist eine Maske des Schmerzes. Während sich die Männer bis auf wenige Schritte nähern, zeigt die junge Indianerin keinerlei Furcht: Sie weiss, dass sie Freunde sind, denn sie hat ihren Kampf gegen die verhassten Spanier erlebt.

26. Oktober

Der schwarze Korsar nähert sich dem Mädchen: „Wer sind diese Männer?“ fragt er. „Dies sind meine Brüder“ antwortet sie „und jeder von ihnen ist ein Teil meines Herzens. Ich hatte nur sie auf dieser Welt und nun bin auch ich gestorben.“ Dann sieht die junge Indianerin fest in die Augen des Korsaren, gibt ihm die Hände und drückt sie. „Du bist gut, weißer Mann“, spricht sie „Du hast tapfer gekämpft gegen unsere Feinde, du hast diejenigen verjagt, die mich verfolgen und einfangen wollten. Man nennt mich Yara und du hast mir das Leben gerettet. Wenn du es wünschst, werde ich dir folgen und dir bei deinen Plänen helfen. Ich werde dein Schatten sein, deine Sklavin.“

27. Oktober

„Sprich nicht so etwas“, antwortet Emilio „Die Menschen sind frei. Du darfst nicht von Sklaverei sprechen!“ „Aber ich schulde dir mein Leben“ beharrt Yara „und ich will dir meine Dankbarkeit zeigen. Ich habe von den Geistern des Waldes die Gabe, in den Seelen der Menschen zu lesen und manchmal in die Zukunft zu schauen. Ich kenne dich nicht, aber ich weiß, dass ein unheimlicher Schmerz dich getroffen hat, und dass du nicht eher Frieden finden wirst, bevor du nicht deine Teuren gerächt hast. Ich kann dir helfen.“

28. Oktober

Und auf einmal erscheint vor den Augen des schwarzen Korsaren eine Vision: ihm gegenüber liegen nicht mehr die Leiber von Yara’s Geschwistern, dafür Amedeo und Enrico, die jüngeren Brüder von Emilio, hinterrücks niedergemetzelt von Van Gould. „Eile nach Maracaibo, mein Herr“, sagt Yara, „eile in die Stadt, wenn du deine Brüder ein letztes Mal sehen willst!“

29. Oktober

„Ja, auf nach Maracaibo!“, antwortet der schwarze Korsar, und er wendet sich der Stadt zu, angeführt von Van Stiller und Carmaux, wohl wissend, dass der Weg voller Gefahren sein wird: die Spanier wissen jetzt von ihnen und wären sehr glücklich, wenn sie in der Lage wären, sie umzubringen. Inzwischen werden auf dem Marktplatz von Maracaibo die Körper der beiden jüngeren Brüder des schwarzen Korsaren auf Befehl von Van Gould aufgehängt. „Das ist ein Exempel für die Bevölkerung!“, sagt einer von den Gardesoldaten, „Das ist das, was wir mit den Herren Piraten machen! Schaut sie euch an, das ist der rote Korsar und das ist der grüne Korsar: sie bleiben hier aufgehängt bis Mitternacht!“ Emilio di Ventimiglia weiss noch nichts von alledem, aber etwas drängt ihn, sich auf dem Weg in die Stadt zu beeilen. Vielleicht fühlt er, dass er der kleinen Yara und ihren Prophezeiungen Gehör schenken muss.

30. Oktober

Yara gehört nicht zu der Gruppe von den drei Männern, welche sich nach Maracaibo begibt, aber sie folgt ihnen in gewissem Abstand, um nicht bemerkt zu werden, sie versteckt sich zwischen den Sträuchern, zwischen den Steinen, ruhig und leicht wie eine Waldfee. Aber schließlich bleibt der schwarze Korsar stehen und ruft sie mit einem Wink herbei. „In Ordnung, Yara“, sagt er, „Du kommst mit uns mit. Du wirst unsere Führerin sein.“

31. Oktober

Die Vier setzen den langen Fußmarsch gemeinsam fort. Sie durchqueren den Dschungel, überqueren Flüsse und versuchen die Patrouillen der Spanier zu meiden. Kurz vor Mitternacht treffen sie auf dem Marktplatz von Maracaibo ein. Die Soldaten, die die Leiber von Enrico und Amedeo bewachen, sind erschöpft und übermüdet. Wie der Blitz überfallen sie der schwarze Korsar und seine Freunde, töten sie und rauben die beiden Körper, es geht alles sehr schnell.

To be continued...

Geschrieben von Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst am Sonntag, 13. August 2006 (123 hits)
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
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