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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01 Hiroyuki Tagawa hatte ein Feuer angezündet. Es war bereits dunkel geworden.
Endlich entfernte er Christina den Knebel und schnitt ihre Fesseln durch. Er reichte ihr einen Becher mit Wasser. "Sie dürfen das wirklich nicht persönlich nehmen."
"Ach, nicht?! Das sehe ich aber ganz anders." Sie erhob sich kurz und versuchte einen etwas bequemeren Sitz auf dem Stein, auf den der große Mann sie hinbeordert hatte, zu finden. Sie wischte ein paar Wasserflecken vom Rock ihres dunkelgrünen Kleides, so als wenn das hier etwas ausmachen würde.
"Was wollen sie, Mr. Tagawa? - Geld?" Sie schaute ihn voller Abscheu an. Und diesen Mann hatte sie für ehrenhaft gehalten, war fasziniert von seiner Ausstrahlung gewesen. Ein Gefährte von Sandokan...
Er lächelte sie geheimnisvoll an "Das wäre denkbar, immerhin haben sie gerade ihr Land verkauft, für einen stolzen Preis, aber weit unter Wert. - Warum haben sie es nicht behalten?"
"Ich glaube nicht, daß sie das irgend etwas angeht!"
"Das mag sicherlich sein....!"
Hiroyuki Tagawa erhob sich. Einen Moment verharrte er regungslos und blickte in das Dunkel, daß außerhalb des Feuerscheines lag.
"Aber vielleicht will ich ja ganz etwas anderes..." Er näherte sich ihr, geschmeidig wie ein Panther, der seine Beute umschleicht.
Christina ließ den Becher achtlos zu Boden fallen, sie schob sich an dem groben Fels hinter sich zur Seite. Er griff nach ihr. Seine Hand umschloß fest ihren Arm. Ganz vorsichtig berührte er ihr Haar, strich mit seinen Fingern hindurch...Christina beugte den Kopf zur Seite und macht einen Schritt zurück...
"Laß' sie los Hiroyuki!"
Am Rand des Feuerscheines stand mit gezogenem Säbel Sandokan.
"Du störst..." Hiroyuki wandte noch nicht mal den Kopf.
Sandokan näherte sich in angespannter Haltung. Hiroyuki schenkte ihm keinerlei Beachtung.
Mit einem schnellen Schritt nach vorne setzte der Tiger von Malaysia seinen Säbel an Hiroyukis Kehle an. "Laß sie los!" zischte er
Hiroyuki Tagawa gab den Arm von Christina frei. Sandokan zog sie hinter sich. "Hat er dir etwas getan?"
"Nein..."
"Was interessiert es dich?" Hiroyuki beugte sich noch ein klein wenig nach vorne. Die Klinge an seiner Kehle bewies ihre Schärfe. Eine Wunde wie ein dünnes rotes Band an seinem Hals, färbte den Säbel. Hiroyuki schien dies nicht zu bemerken "Wer bist du, daß du dich hier einmischt?" Die beiden Männer musterten sich kalt.
"Du hast sie gehen lassen, du wolltest sie nicht, was willst du jetzt? - Sie retten, damit sie ihre Schiffspassage rechtzeitig erreichen kann?" Hiroyuki schaute Sandokan hämisch an "Und dann...wie kannst du dann noch verhindern, wenn sie weg ist, daß ein anderer Mann sie begehrt, sie verletzt oder den Platz an ihrer Seite einnimmt, der Vater deines Sohnes wird...?"
Wie von einer Faust getroffen, trat Sandokan einen Schritt zurück. Er blickte in das Gesicht des Kopfgeldjägers, dessen Worte ihn wie die Pranke eines Tigers, scharf und unberechenbar getroffen hatten.
Er wandte sich zu Christina um. "Ist das wahr?"
Sie wich seinem bohrendem Blick aus und schaute statt dessen ernst auf Hiroyuki "Woher wissen sie es?"
Der lächelte leicht. "Manchmal ist es besser, wenn einem Entscheidungen abgenommen werden!"
Hiroyuki Tagawa drehte sich um, lief zu den Pferden, sprang in den Sattel seines eigenen, griff nach den Zügeln der beiden anderen..."Ich hole euch morgen wieder ab." ...und wurde von der Dunkelheit verschluckt.
"Warum hast du es mir nicht gesagt" Sandokans Blick verlor sich an einem anderen Horizont.
"Was hätte es geändert? Dann wäre deine Sorge noch größer gewesen, daß auch deinem Kind etwas zustoßen könnte." Gefühle, die sie seit Wochen unterdrückte, bemächtigten sich ihrer mit unvorstellbarer Größe. Tränen verschleierten ihren Blick. "Oder hättest du mich dann nicht fortgeschickt, wenn du es gewußt hättest?"
Sandokan blickte in das knisternde Feuer. Mit unbändiger Kraft, rammte er plötzlich seinen Säbel in das Erdreich. Er schaute sie an, trat zu ihr. Seine Finger fingen eine Träne auf, die langsam ihre Wange hinabglitt "Es tut mir leid." Er nahm sie zärtlich in die Arme. "Ich liebe dich, Christina."
Einsam zog eine Sternschnuppe ihre Bahn über den Himmel von Sarawak und erleuchtete das Land. Erlöschend wie das Licht eines einsamen Wanderers, der sein Ziel endlich erreicht hatte...


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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