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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01 "Ich mache mir Sorgen. Meine Arbeiter sind sehr unzufrieden. Zwanzig Leute sind mir bereits weggelaufen. Sie haben Angst. Angst davor, daß ihre Frauen und Kinder in die Sklaverei verschleppt werden und Angst vor dem strengen Reglements des neuen Gouverneurs, der sie zwingt sich nicht weiter als 50m von ihren Häusern zu entfernen. " Alexandre machte ein unglückliches Gesicht. Er hob seine Teetasse an den Mund, schien das aber gar nicht wahrzunehmen. Er schüttelte den Kopf: "Es soll ja zu ihrem Schutz sein, aber wer schützt sie in ihrem Dorf, wenn der Gouverneur keine Wachposten stellt, und andererseits ihnen jeden Waffenbesitz untersagt?"
"Alexandre, es ist so ein wunderschöner Tag, warum genießt Du ihn nicht." Christina blinzelte unter dem Schirm in die Nachmittagssonne, ein leichter Wind wehte und brachte den Duft von würzigen Kräutern mit. Ein vorwitzige Haarsträhne aus ihrem nur locker hoch gestecktem Haar entwandt sich der Umklammerung und legte sich wie ein Rahmen an ihr Gesicht.
Sie wollte heute nicht über das Geschäft noch über andere Probleme reden. Sie wollte einfach nur ganz still hier sitzen und das Leben an sich vorbeifließen lassen.
"Du hattest mir nicht gesagt, daß du noch einen weiteren Gast erwartest..."
Christina öffnete ihre Lider und schaute Alexandre etwas irritiert an. Er saß kerzengerade auf dem weißen eleganten für ihn zu zierlich wirkenden Pavillonmöbel und deutete mit dem Kopf in Richtung Haus. Sie folgte seinem Blick und Alexandre bemerkte verbittert eine plötzliche Wachheit in ihren Augen.
"Ich hoffe, ich störe nicht bei einer geschäftlichen Besprechung, aber ich wollte ihrer Einladung so schnell wie möglich Folge leisten." Mit federnden Schritten, geschmeidig wie ein Panther kam Gouverneur James Kirk über den Rasen auf die kühle schattige Insel, die Alexandre bis eben als noch recht angenehm empfunden hatte, herüber.
"Sie kommen genau richtig, zu einer Tasse Tee, General." Unbewußt zog Christina ihre schneeweiße Bluse glatt und versuchte der widerspenstigen Haarsträhne Herr zu werden.
Kirk beugte sich formgewandt zu ihr herunter und küßte ihr die Hand, wobei er eine rote Rose hinter seinem Rücken hervorzauberte.
Christina war sichtlich entzückt. Zu sehr für Alexandres Geschmack.
"General! - Oh, wie wunderschön! Wo haben sie die her? - Alle Bemühungen hier Rosen anzupflanzen sind immer gescheitert.
"Meine Tante in Beaufort, wo ich vorher stationiert war, war so freundlich, mir einige ihrer preisgekrönten Pflanzen zukommen zu lassen, damit ich sie nicht vergesse. Sie hat mich großgezogen."
Christina winkte das Mädchen heran und gab ihr die Rose, mit dem Auftrag sie in ihr Zimmer zu stellen und ein weiteres Teegedeck zu bringen. "Die Herren kennen sich..." kam Christina der notwendigen Etikette nach, woraufhin sich ihre Gäste zunickten und der Gouverneur elegant Platz nahm.
Ein wunderschönes Anwesen, Madam, um so mehr, als sie es ganz alleine bewirtschaften."
"Nun, Monsieur Lumière, ein Freund der Familie, unterstützt mich und natürlich mein Verwalter Mr. Binks."
Alexandre gefiel nicht, was er da sah. Natürlich wußte er, daß Christina es darauf anlegte, sie reizte es sozusagen aus, daß war ihr Temperament, daß er so an ihr liebte, ihn aber auch zur Verzweiflung treiben konnte. Dabei las er ihr immer jeden Wunsch von den Augen ab und verbrachte mehr Zeit mit ihr, als mit seiner Familie und er liebte sie aufrichtig. Was also wollte sie bezwecken? Sie war zu intelligent, um sich in diesen aufgeblasenen Schnösel zu verlieben, der es anscheinend ganz auf eine gute Partie abgesehen hatte, aber diese Pläne würde er zu durchkreuzen wissen. "Was gibt es neues Gouverneur, haben sie die Sklavenhändler bereits gestellt?"
Man merkte James Kirk an, daß er eigentlich ungern seine Aufmerksamkeit von Christina abwandte. "Nein, wir vermuten einen Zusammenhang mit der Ermordung des Gouverneurs."
"Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand von der Bevölkerung den Gouverneur getötet hat, sie haben ihn alle sehr verehrt." wandte Christina ein und schien die Anwesenheit von Alexandre vollkommen vergessen zu haben. Ihre Augen lagen unverwandt auf der stolzen Haltung des Generals.
"Nun, Mylady,..."er schlug einen sehr vertraulichen Ton an "...obgleich man ihn sicher verehrt hat, war er immer noch Engländer und egal, wieviel Gutes wir für dieses unterentwickelte Volk tun, sie werden es nicht verstehen, sie brauchen einfach härtere Gesetze. Man muß durchgreifen, wenn man hier etwas erreichen und dieses Land in die Zivilisation integrieren will."
Christina war etwas indigniert, was Alexandre mit Genugtuung bemerkte und sich jetzt etwas entspannte. Sein Manöver hatte genau die richtige Wirkung.
"Es ist sicher nicht leicht für sie, Gouverneur, den Posten mit dem Auftrag zu übernehmen den Mörder ihres Vorgängers zu finden, aber sicher werden sie ihn in den Reihen der Bevölkerung umsonst suchen." sagte sie mit Bestimmtheit und einer gewissen Verärgerung.
'Verdammt' dachte Kirk und ein gefährlicher Seitenblick traf kurz auf Alexandre, der dies aber in dem Gefühl des Sieges nicht bemerkte. Er mußte vorsichtiger sein, wenn er an sein Ziel kommen wollte.
Vertrauensvoll ergriff er ihre Hand und seufzte tief. "Ich gebe ihnen Recht, daß es zum Großteil friedliche Menschen sind, die nur ihre Ruhe und ihr Auskommen haben wollen, aber wie überall gibt es subversive Objekte, wie auch hier, die sich durch die allgemeinen noch recht barbarischen Sitten, der in verschiedene Stämme unterteilten Völker als recht unangenehme Zeitgenossen entpuppen. - Es deutet zudem alles daraufhin, daß Sandokan wieder zurückgekehrt ist. Einer der Elefantenboys hat ihn erkannt, nachdem der Gouverneur umgebracht worden war, wie er im Dschungel verschwand."
"Ich habe gehört, daß Sandokan in Indien wäre?" fragte Christina skeptisch. Irgend etwas gefiel ihr ganz und gar nicht an diesen Ausführungen. "Nun, das war er vielleicht. Ich kann ihnen nicht sagen, was ihn vielleicht verärgert hat und veranlaßte hierher zu kommen und den Gouverneur zu töten. Er ist wie ein gefährliches Raubtier, was endlich zur Strecke gebracht werden muß, vorher wird in dieses Land kein Frieden einziehen."
"Es tut mir leid, aber das kann ich nicht glauben, General. Ich habe da etwas anderes gehört." Sie war sichtlich erregt, was ihr einen wilden ungestümen Ausdruck verlieh mit dem halboffenem vom Wind leicht wirren Haar.
"Nun, Indien hat auch andere Probleme mit denen dieses Land fertig werden muß." Er hielt immer noch ihre Hand und drückte sie nun etwas fester. "Aber ich verspreche ihnen, wenn wir den Mörder von Henry Gowron gefaßt und zur Verantwortung gezogen haben, ganz egal um wen es sich handelt, werde ich die Bemühungen von Gowron vorantreiben und da weitermachen, wo er aufgehört hat. Aber bis dahin gelten die neuen Regelungen."
"Die Arbeiter auf den Plantagen sind darüber sehr beunruhigt. Viele haben ihre Familien in anderen Dörfern und dürfen sie jetzt nicht besuchen. "Keiner darf sein Dorf oder seine Plantage verlassen. Jede Handelslieferung wird genau kontrolliert. Überall patrouillieren meine Wachen, die Anweisung haben jeden zu erschießen, der sich wiedersetzt."
Auf Christinas Stirn bildeten sich kleine Unmutsfalten und sie entwand ihre Hand der des Gouverneurs.
Er schaute betreten zu Boden, woraufhin es ihr leid tat, so impulsiv gehandelt zu haben. Er schaute zu ihr auf. Beinahe bittend lag sein Blick auf dem ihren. Er schien sehr unglücklich über den Verlauf dieses Besuches zu sein. "Es tut mir leid ihnen vorerst keine bessere Auskunft geben zu können." sagte er leise und erhob sich. "Es ist wohl besser, wenn ich gehe." Er verbeugte sich kurz und zackig vor ihr und nickte Alexandre zu, der das gelangweilt zur Kenntnis nahm, drehte sich um und ging zurück zum Haus.
Christina folgte ihm mit ihren Blicken. Sie fühlte sich unwohl. Auch keimte Wut in ihr auf, die sie nicht richtig zuordnen konnte, und nicht zu kontrollieren vermochte. "Das war nicht sehr zuvorkommend von dir, Alexandre."
Der angesprochene wurde aus seiner zufriedenen Entspanntheit gerissen und schien etwas desorientiert seitens diese plötzlichen Attacke. "Ich habe mich nur höflich erkundigt, da kannst du mir keinen Vorwurf daraus machen, wie sich das Gespräch entwickelt hat."
Natürlich konnte sie das nicht, er hatte recht. Sie konnte aber auch nicht James Kirk hinterherlaufen, das brachte sie auch nicht fertig. Ihr Stolz hinderte sie daran. So blieb sie wo sie war und der Rest dieses so wundervoll begonnen Tages verlief recht einsilbig zwischen ihr und Alexandre, ja, sie zeigte sich sogar äußerst ablehnend ihm gegenüber und stellte erschüttert fest, daß sie froh war, als er bei Einbruch der Dämmerung nach Hause ritt.


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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