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"Was ist los, Beth?"
Elisabeth Park betrat stirnrunzelnd die große Vorhalle. Ihr Mann küßte sie auf die Wange.
"Wir hätten nicht hinfahren sollen, um uns abgebrannte Ruinen anzuschauen. - Wo ist sie hingegangen?"
"Nach oben, einfach an mir vorbeigerannt."
"Beth schaute zweifelnd die Treppe hinauf, so als würde sie eine
Antwort darauf bekommen, wie sie nur helfen konnte. "Ich werde ihr
etwas zu essen hochbringen, es ist schon spät."
"Beth?" Ihr Mann hielt sie am Arm fest.
"Ja?"
"Wir haben Besuch." Ray deutete in die im Dämmerlicht des Abends länger
werdenden Schatten hinter sich, aus denen sich jetzt eine große Gestalt
herausschälte.
"Herein!"
Die Tür wurde leise aufgemacht. Christina stand am offenen Fenster und genoß die kühle Abendbrise.
"Ich habe eigentlich keinen Hunger, Beth, aber..." Christina wandte
sich um, aber statt ihre Freundin dort zu sehen, stand da Sandokan in
der Tür und schloß diese leise hinter sich.
Christina spürte, wie sich ihre von ihren Gefühlen aufgebaute innere
Mauer zerbröckelte. Ihre Hände hinter ihren Rücken umschlossen den
geöffneten Fensterrahmen.
Langsam kam er näher. Ganz behutsam und vorsichtig nahm er sie in die
Arme. Es war wie die Erlösung aus einem schlimmen Alptraum. Er hielt
sie fest, mehr nicht, wenn sie gekonnt hätte, so hätte sie jetzt die
Zeit angehalten.
Seine Hände hoben ihr Gesicht hoch. Sie sah in seine Augen und wußte, weshalb er hier war...
"Christina...Yanez hat mich nicht weggeschickt...ich bin gegangen."
Ihr schlimmster Alptraum kehrte wieder zurück, aber es war wie etwas,
was sie schon gefühlt, geahnt hatte, ...ganz tief in ihrer Seele.
"Ich kann dich nicht mit mir nehmen. Das ist nicht dein Weg, es ist nicht deine Welt..."
Sie brachte keinen Ton heraus, so viele Eindrücke, Empfindungen
durchströmten sie, aber sie vermochte nicht, ihnen Namen zu geben.
Er schien noch etwas sagen zu wollen, aber statt dessen küßte er sie auf die Stirn und ließ sie ganz langsam los.
Christina wußte nicht woher sie die Kraft nahm, ihn ruhig und gelassen
anzuschauen wie er sich von ihr entfernte. Erst als die Tür hinter ihm
zuging, ließ sie sich wie kraftlos, dort wo sie stand, auf den Boden
gleiten. Sie starrte auf ihre Hände, wartete darauf, daß Tränen ihre
Augen füllten, aber da war nichts, als hätte jegliche Empfindung ihren
Körper verlassen, war mit ihm aus diesem Raum und ihrem Leben gegangen.
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
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