|
Seite 45 von 53
Yanez zügelte sein Pferd, neben dem Reiter, der nur bei zweimaligem
Hinsehen in der Dunkelheit, unter den Bäumen auszumachen war.
"Wie geht es ihr?"
"Warum fragst du sie das nicht selbst?"
"Es ist besser so!"
"Wovor fürchtest du dich?"
Yanez ahnte, was seinen engsten Freund und Bruder im Herzen wirklich quälte.
"Hat sie gefragt?"
"Ja."
"Was hast du gesagt?"
"Das du gegangen bist...daß ich dich fortgeschickt habe, weil die Frist abgelaufen war."
"Das stimmt aber nicht!"
Yanez Stimme wurde eindringlicher "Hätte ich ihr sagen sollen, daß du
eines morgens einfach nicht mehr da warst, nicht mehr bei ihr gewacht
hast, gegangen bist ohne eine Erklärung?!"
"Sie weiß, warum ich nicht komme."
"Verdammt, warum macht ihr es euch so schwer. Sie liebt dich, du liebst sie, was hindert euch?"
"Was wäre das für ein Leben für sie. Nirgends ein richtiges Zuhause."
"Hast du sie gefragt?"
"Es zu gefährlich an meiner Seite. Du hast gesehen, was passiert ist..."
"Ja, und ich habe dein Gesicht gesehen...du hast nicht sie gesehen, du
hast Marianna in deinen Armen sterben sehen, aber sie ist nicht
Marianna..."
"Aber sie ist genauso sterblich."
"Natürlich, das sind wir alle. - Wahrscheinlich werde ich irgendwann
vom Pferd fallen, weil ich mich aufgeregt habe über dich..."
"Du wirst uns alle überleben."
"Blödsinn." Yanez suchte in seiner Tasche nach einem Zündholz, fand aber keines. Wütend steckte er seine Zigarre weg.
"Sie will in zwei Tagen zu ihrer Plantage rausfahren."
"Hat sie sich schon entschieden, was sie macht, wenn sie wieder ganz gesund ist?"
"Nein."
"Es wäre besser, sie würde abreisen."
"Das halte ich für keine gute Idee, weder für sie, noch für dich. -Wie kann man nur so verbohrt sein."
"Wir treffen uns in zwei Tagen hier wieder."
Bevor Yanez das bestätigen konnte, war der Schatten neben ihm bereits
verschwunden. Nur das Schnauben eines Pferdes verriet noch die
Richtung, die er eingeschlagen hatte.
|
|
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
|