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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01 Es war schwierig für die britischen Soldaten, den Kampf zwischen den Bäumen fortzuführen. Diese Taktik sprach nicht gerade für den General. Sie waren ihnen zwar an Anzahl überlegen, aber was nützten alle Armeen der Welt, wenn ihre Soldaten nicht mit ihrer Seele für eine Sache kämpften.
Sandokans Messer flog durch die Luft und blieb im Rücken eines Soldaten stecken, der sich von hinten auf Yanez stürzen wollte. Sandokan lief zwischen den Bäumen im Zickzack durch, um den Kugeln auszuweichen, die mit einem dumpfen 'plop' lediglich die Bäume trafen.
Noch ehe es sich der Gewehrschütze versah, war er mit einem Sprung hinter ihm. Sein Versuch, daß Gewehr herumzureißen, scheiterte kläglich. Sandokans Säbel traf ihn mitten ins Herz. Er wirbelte herum, stieß einen neuen Angreifer mit einem Fußtritt weg, der schwer an einen Baum prallte und bewußtlos zusammensank. Instinktiv ließ sich Sandokan fallen und rollte zur Seite. Dort wo er eben noch gestanden hatte, bohrte sich ein Degen in den Erdboden. Mit einem Satz war er wieder auf den Beinen und rammte dem Angreifer seinen Ellenbogen in den Magen, er drehte sich halb herum und sein Säbel, der ein Eigenleben zu führen schien, fügte zwei anderen Angreifern eine tödliche Wunde zu. Ein Geräusch ließ ihn herumfahren. Kammamuri stand schwer atmend hinter ihm.
"Du solltest vorsichtiger sein, mein Freund!" sagte Sandokan, das Messer bereits zum Zustoßen bereit.
"Wie ich sehe kommst du ohne mich zurecht." Er grinst ihn an. Plötzlich griff er nach einem Messer und warf es an Sandokan vorbei, der sich blitzschnell umwandte.
Ein Soldat mit einem Gewehr im Anschlag, ging langsam in die Knie. In seiner Kehle steckte Kammamuris Messer.
"Offensichtlich doch nicht." Kammamuri klopfte ihm auf die Schulter und bot dann einem Offizier, der es sehr gut verstand mit der Klinge umzugehen, Paroli und verschwand zwischen den Bäumen.
Es blieb den Briten gar nichts anderes übrig, als zu kämpfen, zurückziehen konnten sie sich nicht mehr. Sabaus Leute hatten ihnen den Weg abgeschnitten und trieben sie immer weiter in das Dickicht. Es war unmöglich für sie sich irgendwo zu sammeln.
Unverhofft entdeckte er jemanden, nach dem er schon die ganze Zeit Ausschau gehalten hatte. Sandokan richtete sich auf. Der andere hatte ihn auch gesehen und stoppte seinen wilden Lauf um die Bäume.
"Nun Gouverneur, was sagen sie jetzt zu der Armee aus Landarbeitern."
Der General atmete schwer, sein Hemd war zerrissen, und ...seine Hand blutete.
"Es tut mir leid, wenn meine Leute sie verletzt haben." sagte Sandokan ironisch mit einem eiskalten Blick. "Schade, daß ich nicht dabei war, aber das können wir ja nachholen."
Eine Gewehrsalve veranlaßte Sandokan in Deckung zu gehen, was der General dazu nutzte sich davon zu machen.
Sandokan setzte ihm nach. Ein General, der die Flucht ergriff! Ein Mann, der sich nur stark wähnte, wenn er Armeen in seinem Rücken hatte! - Wie tief war das britische Empire gesunken.

"Gouverneur!" Bei seiner Flucht wäre er beinahe an der Stellung von Captain Sheridan vorbeigerannt, die dieser noch immer ohne Verluste hielt.
"Ergeben wir uns?"
"Wie kommen sie darauf, Captain?"
Captain Sheridan deutete zwischen die Bäume. Dort ritt ein Soldat, mit einer weißen Flagge.
"Das ist eine Falle! Schießen sie ihn ab, Mann!" Er stieß einen Soldaten an, der auf dem Boden kniete.
Der Soldat zögerte, schaute auf seinen Captain.
Der Gouverneur entriß ihm kurzerhand das Gewehr und legte an. Etwas stieß ihn zur Seite. Der Schuß löste sich und ging ins Leere.
Der General wurde zur Seite gerissen, jemand hielt ihn fest, sie rollten durch ein Gebüsch, einen kleinen Abhang hinunter.
Der General rappelte sich auf und sah sich Sandokan gegenüber.
"Haben sie sich den Trick mit der weißen Flagge einfallen lassen? - Ganz was neues, daß der Tiger von Malaysia zu solchen Hilfsmitteln greift."
Die beiden Männer umkreisten sich.
"Vielleicht hat einer ihrer Offiziere es mit der Angst zu tun bekommen und beschlossen, das Kommando an sich zu reißen, weil er sie für unfähig hält."
Sandokan sah das kurze Zucken in den Augen des Gouverneurs, der an seinen Stiefel griff und sich mit einem Messer in der Hand nach vorne warf. Sandokan ergriff seinen Arm und entwand ihm das Messer...
"Halt! Im Namen ihrer Majestät! Sofort aufhören!"
Das Laden von Gewehren drang an ihr Ohr und Sandokan sah sich plötzlich von einer Streitmacht von zehn Mann umzingelt. Das entsetzte Gesichte seines Feindes, umspielte plötzlich ein siegessicheres Lächeln. Sandokan ließ ihn los und stieß ihn weg. Er hob abwehrend die Hände, aber man zielte nicht auf ihn, sondern die Soldaten umringten jetzt den Gouverneur...
"Was soll das!" kreischte dieser. "Der Schuldige steht da!" Er deutete mit dem Finger auf Sandokan.
Am Rand der Böschung stiegen drei Männer vom Pferd. Zwei Offiziere und ein imposanter, in einen weißen Anzug, mit polierten Stiefeln gekleideter Mann. Er stolzierte an Sandokan vorbei und baute sich vor dem General auf.
Der Tiger von Malaysia schaute ihm zweifelnd nach. Die britische Armee setzte ihn heute nur in Erstaunen.
"Nute Gunray! - Sie sind des Betruges, des Mordes und des Sklavenhandels überführt worden. Die Strafe dafür brauche ich ihnen ja wohl nicht zu sagen."
Hinter Sandokan entstand Bewegung. Kammamuri, Ulzana, Li und Yanez...und natürlich Christina, der Yanez herunterhalf.
Er schaute sie forschend an.
"Nein, ich habe nicht darauf gewartet, daß du mich abholst, sonst hätte ich ja wohl das beste versäumt." Sie fragte nicht, ob es ihm gut ging, aber das brauchte sie auch nicht, ihre Augen strahlten eine tiefe Erleichterung aus.
"Das ist der Lord Kanzler Martok aus Singapur. Er ist im Auftrag ihrer Majestät hier, um einige Ungereimtheiten aufzuklären." erklärte Yanez Sandokan kurz.
Der Mann mit dem weißem Haar wandte sich jetzt der kleinen Gruppe und Sandokan zu. "Ich habe das Vergnügen mit Sandokan, nehme ich an."
Sandokan nickte leicht.
"Sie entschuldigen, Hoheit, aber das war vordringlicher." Er zeigte auf den Gefangenen hinter sich. " Madam..." er deutete eine leichte Verbeugung an "Ich bin Lord Martok, meine Begleiter sind Colonel O'Neill und Captain Picard. Ich bin hier im Auftrag der britischen Krone um,...nun sagen wir die Dinge wieder ins rechte Lot zu rücken." Sandokan musterte den älteren, recht streng wirkenden Mann.
"Sagen sie mir Mylord, warum haben sie den Gouverneur mit einem anderen Namen angesprochen?"
Ein sardonisch, wissendes Lächeln zierte das ausdrucksstarke Gesicht: "Sein richtiger Name ist Nute Gunray. James Kirk ist ertrunken und er hier hat seinen Platz eingenommen, einen Sklavenhandel aufgezogen, sich verkleidet, Henry Gowron umgebracht, zahlreiche Ländereien durch Betrug an sich gerissen und einen gewissen Captain Hutt ermordet..."
"Woher wissen sie das alles?"
"Ein Kopfgeldjäger war so freundlich uns Mr. Binks, den Halbbruder dieses Gentleman hier, samt seiner Aussage, zur Verfügung zu stellen..."
"Hiroyuki..." flüsterte Kammamuri hinter Sandokan.
"Was für ein Glück." sagte Sandokan laut.
"Kommen wir nun zu ihnen, Hoheit..."
"Lassen sie doch das Hoheit einfach weg, vielleicht fällt es ihnen dann leichter.."
Der Kanzler stutzte und zog die Augenbrauen in die Höhe. Er trat näher an Sandokan heran. "Ich habe bereits mit ihren ...Kumpanen darüber gesprochen. - Da es sich bei Gouverneur Kirk um einen Betrüger handelte, sind alle seine Handlungen null und nichtig. Somit haben bis zum Eintreffen des neuen Gouverneurs, die Erlasse von Henry Gowron ihre Gültigkeit." Der Kanzler senkte die Stimme. "Wir wissen, daß Henry Gowron mit ihnen eine Vereinbarung hatte. Er war ein sehr gewissenhafter Mensch und hat die Krone davon in Kenntnis gesetzt. Leider konnten wir ihm nicht mehr mitteilen, daß nicht alle seine Vorschläge gefallen gefunden haben. Natürlich weiß Ihre Majestät Regierung von den Umständen, die hier teilweise herrschten. Im Vertrauen: Die Todesstrafe, die auf sie ausgesetzt wurde, wird wahrscheinlich zurückgenommen werden." Kanzler Martok machte eine kunstvolle Pause, um zu sehen, wie seine Mitteilung sich auswirkte, allerdings war er da bei Sandokan an den Falschen geraten. Er hob seine Stimme wieder etwas an. "Sie müssen Sarawak ...."
Es geschah alles zur gleichen Zeit und doch kam es Sandokan so vor, als liefe die Zeit plötzliche langsamer ab, als Christina neben ihm zusammensank.
Er hörte die Schüsse, die Ausrufe der Soldaten, Nute Gunray lag am Boden, mehrere Kugeln hatten sein Hemd durchlöchert und färbten es rot.
Er fing sie auf. Seine Hand war voller Blut, ein Messer hatte sie in die Seite getroffen, was sicherlich ihm gegolten hatte...
"Wo hatte er das Messer her, habt ihr ihn nicht durchsucht..." herrschte Colonel O'Neill die Wache an...
"Sandokan...." ihre Stimme war ein Flüstern. Er ließ sie langsam zu Boden sinken. Ihre Augen bekamen einen glasigen Ausdruck.
"Was hast du vor? - Wenn du das Messer rausziehst, verblutet sie!" Yanez hielt seinen Arm fest.
"Schau dir ihre Augen an, das Messer ist vergiftet!"
Zweifelnd blickte Yanez auf Sandokan, der langsam die Klinge aus der Wunde entfernte und seine Hand draufpreßte.
"Kammamuri, mach' ein Feuer, wir müssen die Wunde schließen...."
Christinas Wahrnehmung verschwamm in einem dichten Nebel...Was war eigentlich passiert, warum klangen plötzlich alle so aufgeregt...Ein Gesicht...sie konnte es nicht einordnen, war es überhaupt ein Gesicht? ... Ihr war schwindlig, sie hatte das Gefühl, als würde sich alles im Kreise drehen...Schmerz...langanhaltender Schmerz, der in eine dumpfe Dunkelheit überging, die teilweise unterbrochen wurde von blitzenden Farben...ihr war kalt, schrecklich kalt...irgend jemand rief ihren Namen....
"Christina, Christina, du mußt etwas essen!"
Die Stimme kannte sie...sie sollte die Augen öffnen und sich das Gesicht dazu anschauen...sie blinzelte...nein, es war zu hell.. es war angenehmer, sie geschlossen zu halten...sie fühlte sich wohl...es war angenehm weich und warm um sie herum....


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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