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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01Wie Diamanten auf einem schwarzen seidigen Tuch ausgebreitet, so strahlten die Sterne vom weiten Firmament. Es war wie ein Schleier des Vergessens unter dem alles Leid begraben werden konnte, alles konnte man zurücklassen, nichts fühlen, alles vergessen, wie wenn die Seele sich vom Körper lösen würde und zwischen ihnen dahinschwebte, frei, ungebunden...
"Es kommt eine kühle Brise vom Meer, soll ich ihnen ihren Schal holen?" ließ die leise, angenehm modulierte Stimme von James Kirk Christinas Bewußtsein wieder in ihren Körper zurückkehren. Seine Hände strichen über ihre Schultern an ihren Armen hinunter. Sie konnte nicht sagen, daß ihr kühl wurde, es war eher das Gegenteil der Fall. Aber so angenehm die Bilder waren, die diese Berührung hervorriefen und ihre Sinne zu benebeln drohten, so schnell fand sie sich auch auf den geziemenden Boden der Tatsachen wieder, ihr Ruf war schon an eine gefährliche Grenze gelangt.
"Ich sollte jetzt gehen." Sie wandte sich langsam und beinahe vorsichtig um, wohl wissend, daß er ziemlich nahe hinter ihr stand... und er stand wirklich sehr nahe, und er sah gut aus...Was, wenn er versuchen würde sie zu küssen...?
Ein widerstreitender Sturm von Empfindungen riß ihr klares Denken mit sich fort. Schwindel erfaßte sie, bei dem Versuch ihren Atem ruhig zu halten, was ihr nicht ganz gelang und er wohl bemerkt hatte. Mit einem leicht arroganten Anflug eines Lächelns honorierte er ihre plötzliche Erregung, die er seiner unwiderstehliche Ausstrahlung zugute schrieb, aber so leicht zu haben, war sie auch nicht. Stolz hob sie ihren Kopf und schob ihr Kinn unnachgiebig vor "Ich wäre ihnen verbunden, wenn sie meinen Wagen rufen würden." erklärte sie etwas zu hochnäsig, was ihr im gleichen Moment auch schon wieder leid tat, denn ganz abschrecken wollte sie ihn unter keinen Umständen.
"Sie wollen wirklich schon gehen? - Ich hätte gedacht, daß wir noch ein wenig plaudern und uns näher kennenlernen könnten, nach dem der offizielle Teil nun vorüber ist..." Seine Augen sprachen von Dingen, die niemand wagte offen auszusprechen... "Ich könnte Anweisung geben ein Gästezimmer herrichten zu lassen, so müßten sie nicht im Dunkeln zurück...." Er beugte sich leicht vor, aber geschickt wich sie ihm seitlich aus.
"Nein, danke!" entfuhr es ihr heftig.
James Kirk wandte sich ihr zu, verbeugte sich leicht und äußerst elegant, wobei er ihre Hand ergriff und sie küßte.
"Vielleicht ein anderes Mal." schwächte Christina ihr 'Nein' ab, was sofort ein kühnes Lächeln auf seine Lippen zauberte.
"Ich wäre entzückt." Er hielt ihr seinen Arm hin, den sie einerseits erleichtert, aber vielleicht auch ein wenig enttäuscht, dankend annahm. Ganz tief in ihrem Innern keimte die bohrende Frage: Warum war er nicht hartnäckiger gewesen...?
Er öffnete die Tür, die sie wieder in den nun verlassenen Saal führte, der noch vor kaum einer Stunde mit guten und weniger guten oder gar keinen Freunden bevölkert worden war. Ein kurzer Wink zu einem Diener, der an einer der Durchgänge stand, ließ diesen lautlos verschwinden.
Schweigend und eher distanziert legte er ihr ihren Schal um, der auf einen der Stühle lag. Das war der richtige Zeitpunkt das Gespräch wieder aufzunehmen, um ihn merken zu lassen, daß sie keineswegs uninteressiert daran war, daß er ihr seine Aufwartung machte.
"Wofür steht das 'T.' in ihrem Namen, Gouverneur?"
Er verschränkte die Arme hinter dem Rücken. Täuschte sie sich, oder wirkte er verlegen...
"Nun, das ist der Name eines römischen Kaisers: Tiberius."
"Oh, ein großer römischer Feldherr, der zahlreiche Reformen einführte..." und sich zum Tyrann entwickelte, setzte sie in Gedanken hinzu.
Er schien etwas perplex angesichts dieser ungestümen Antwort ihrerseits und er fühlte sich wohl auch etwas geschmeichelt....
Wie leicht er doch zu durchschauen war, dachte Christina. Hatte sie sich vielleicht getäuscht, spielte er nur den großen Liebhaber, weil die Damenwelt es von ihm erwartete? Steckte hinter all' dem vielleicht jemand, der sich nur ein geborgenes Heim wünschte...
"Ich bin beeindruckt, Madam. Sie interessieren sich für Geschichte?"
Draußen war das Geräusch einer vorfahrenden Kutsche zu hören und er geleitete sie langsam zum Ausgang.
"Mein Vater hat auf eine fundierte Ausbildung Wert gelegt."
"Erinnern sie mich daran, daß ich ihrem Vater meine Hochachtung schriftlich zukommen lasse."
Diese Bemerkung zauberte ein anmutiges Lächeln auf ihre ebenmäßigen Gesichtszüge, was er auch damit bezweckt hatte.
Er schickte seinen Diener weg und half ihr persönlich in die Kutsche. "Vier meiner Soldaten werden sie bis nach Hause begleiten."
"Vielen Dank. Und..." sie zauderte und versuchte die Antwort auf ihre folgenden Worte in seinem nur vom Mondlicht erhellten Gesicht zu erkennen."...ich würde mich freuen, wenn sie zum Tee vorbeischauen würden."
"Ich werde kommen."
Mit einem Ruck fuhr die Kutsche an.
Er würde noch drei Tage warten, dann würde er ihr seine Aufwartung machen. Nun, und dann würde man weiter sehen.
Mit sich und dem Verlauf des heutigen Abends sichtlich zufrieden, schlenderte General James Tiberius Kirk, Gouverneur von Sarawak, zurück in seine neue Residenz.


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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