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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01 "Ray, Gott sei Dank, euch ist nichts passiert!" Christina umarmte ihren lieben Freund.
"Wenn Beth nicht darauf bestanden hätte, unbedingt mit den Kindern bei mir zu bleiben, anstatt bei Ulzana und Maximus mit den anderen Frauen ...dann weiß ich auch nicht..." er holte tief Luft.
Christina drückte ihn noch mal fest an sich. "Das war Schicksal, Ray. Komm laß uns ein Stück gehen." Sie hakte sich bei ihm ein und sie gingen eine schmale, natürliche Schneise zum Flußufer hinunter. Christina hatte Gelegenheit gehabt sich umzuziehen und trug jetzt weite naturfarbene Hosen und eine Bluse, die mit einer breiten Schärpe zusammengehalten wurde. Ihre Haare waren gebändigt und zu einem Zopf geflochten.
"Ich habe gehört, du bist jetzt eine gesuchte Verbrecherin, Sklavenhändlerin..."
"Das war ich doch vorher auch, nur das jetzt die britische Regierung das auch noch glaubt..." sagte sie verbittert.
"Es tut mir leid!" Ray nahm sie bei den Schultern und schaute sie voller Teilnahme an. Sie suchte seinem Blick auszuweichen. Das immerwährende abenteuerlustige Glitzern in ihren Augen war erloschen.
Sie wandte sich ab, ging unsicheren Schrittes weiter, wollte eins werden mit der sie umschließenden, nur existierenden, nichts zu bedauernden Schöpfung.
Ihr Schritt verhielt. Sie stand in der Mitte eines kleinen Hains. Die Blätter bildeten ein natürliches Dach, durch das die letzten roten Strahlen der Sonne, ein Mosaik aus Licht auf dem bewachsenen weichen Boden bildeten.
"Ray?"
"Ja?" Er ahnte, was jetzt kommen würde.
Sie holte tief Luft, ein unsicherer Funke glomm in ihren Augen, so als wußte sie nicht, ob sie weiterreden sollte.
"Du möchtest wissen, was mit Alexandre ist, nicht wahr?" fragte er weich.
Mehr als ein Nicken brachte sie nicht zustande.
"Er ist mit seiner Familie zurück nach Frankreich gegangen. Sie haben hier alles verkauft. Es war ihm hier wohl zu unsicher." Forschend betrachtete er ihr Gesicht: eine steinerne Maske, um Haltung kämpfend bemüht.
"Hast du ihn gesprochen?" fragte sie zögernd.
Was sollte er sagen? Sie anlügen? - Sollte er 'Nein' sagen, sie im Ungewissen lassen, oder sollte er ihr seine Begegnung erzählen.
"Du hast ihn gesprochen!" Christina blickte ihn unverwandt an.
"Ja. - Er war verzweifelt, er...wenn nicht seine Kinder wären..."
"Nein, Ray...hör auf...ich will nichts mehr hören." Sie schloß die Augen. Ein tiefer Schmerz schien sie innerlich zu zerreißen. Warum...warum...
Ihre Hand glitt langsam wie suchend über ihr Haar.
Gut, das war die falsche Wahl gewesen. Er hätte nichts sagen sollen. "Christina..."
"Nein Ray, laß mich bitte alleine." Ihre Stimme zitterte. Er machte einen Schritt nach vorne, sie wich ihm aus.
"Bitte..."
Zögernd wandte sich Ray ab.
Sein Schritt verhielt. Unter den Bäumen stand ein Beobachter, wer weiß wie lange schon.
Ray hielt auf ihn zu. "Sie möchte alleine sein."
"Hat sie gesagt, aber hat sie es auch gemeint?" Sandokan klopfte Ray auf die Schulter und ging die Schritte zurück, die Ray gekommen war.
Jemand näherte sich.
"Ich möchte wirklich alleine sein, Ray!"
Unversehenes spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. Instinktiv wurde ihr bewußt, daß das nicht Ray war. Verstohlen wischte sie sich über die feuchten Augen. Ihr Kopf hob sich. Ganz langsam, beinahe vorsichtig, wandte sie sich um.
Sandokan schaute fragend auf sie herab. Seine Hand berührte sanft ihre feuchte Wange.
Christina senkte ihren Blick. Sie konnte es nicht ertragen, ihm jetzt in die Augen zu schauen.
Zärtlich zog er sie zu sich heran. Sie spürte die tröstende Wärme seiner Umarmung, schloß die Augen, die brannten und nicht aufhören wollten, sich mit Tränen zu füllen.
"Du hast ihn geliebt....!"
Es tat weh,... es tat so unendlich weh...Ja, sie hatte ihn geliebt und mit einer allmächtigen Erkenntnis wurde ihr das erst jetzt bewußt. Er war immer der einzigste, mit dem sie sich hatte vorstellen können, gemeinsam ein Leben zu führen, obgleich sie sich im Laufe der Zeit immer weiter voneinander entfernt hatten. Nur jetzt...es war so endgültig zu wissen, nie mehr was von ihm zu hören, ihn nie mehr zu sehen. - Würde er gesund zu Hause ankommen und wie würde es ihm da ergehen... Es fühlte sich schlimmer an ...als das Wissen darum, daß er nicht mehr am Leben war...
Sie schmiegte sich enger an Sandokan, spürte den gleichmäßigen Schlag seines Herzens... sie ließ sich fallen, wußte, daß sie aufgefangen wurde.... Etwas, das über reine Sinneslust hinausging, schien sie mit diesem Mann zu verbinden...
"Christina!" Die Stimme hatte diesen eigenwilligen warmen, leisen, doch fordernden Klang, der sie wieder in die Realität zurückholte.
"Ich möchte, daß du morgen mit den anderen Frauen nach Sabau gehst."
Es dauerte einen Moment, bis sie sich des Gesagten bewußt wurde.
"Warum?"
"Wir werden den Gouverneur angreifen, und ich möchte dich in Sicherheit wissen."
"Das ist doch von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ihr steht einer ausgebildeten Armee gegenüber. Deine Armee besteht hauptsächlich aus Landarbeitern..."
"Die du offensichtlich unterschätzt."
"Ja, offensichtlich." Sie entwand sich seinen Armen.
"Wenn wir jetzt nicht angreifen, so wird der Gouverneur weiter Dörfer plündern und Unschuldige auf der Suche nach mir töten und einsperren."
"Merkst du denn nicht, daß es genau das ist, was er will?" fuhr sie ihn wütend an "Er provoziert dich damit, du sollst aus deinem Versteck kommen, denn er weiß, daß er in einem offenen Kampf überlegen ist."
"Ich habe meine Entscheidung bereits getroffen."
"Gut! - Ich auch!" Sie blitzte ihn zornig an und stützte die Hände in die Hüften "Ich werde bestimmt nicht nach Sabau gehen und auf eine Nachricht von dir warten. Daß man dich gefangengenommen hat, du schwerverletzt bist oder man mir erzählt wie heldenhaft du gestorben ..."
Er fing an zu lachen...Sie schaute ihn konsterniert an: "Was ist daran so komisch?!"
Ein schelmisches Grinsen lag in seinem Gesicht....
Christina fing das Funkeln in seinen Augen ein.
"Du hast es gewußt!"
Sein Grinsen wurde breiter.
"Du wußtest genau, daß ich mich weigern würde! Das hast du mit Absicht...."
Er zog sie zu sich heran und küßte sie.
Zwischen den Bäumen wandte sich ein schmunzelnder Ray ab und trottete zurück zum Lager, direkt auf das Zelt von Yanez zu, dem er leider mitteilen mußte, daß Kammamuri die Wette gewonnen hatte. Der ungekrönte Herrscher von Malaysia hatte wieder eine Königin.


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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