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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01 Es war schon interessant, wie akribisch einige Leute ihre Papiere ordneten, zumal es sich um private Aufzeichnungen handelte, hauptsächlich um Einnahmen, sehr hohe Einnahmen, sehr sporadisch....
"Was machen sie da?" Jerry Binks war mit einem Stapel Papieren im Arm in das kleine Büro, das in einem Seitenflügel des van Henningschen Gutshauses lag, eingetreten und blieb nun wie angewurzelt in der Tür stehen.
Der große dunkelhäutige Mann, der seine Füße auf seinem Schreibtisch hatte und sich gemütlich in seinen Sessel zurücklehnte, schaute gelassen auf und legte die in der Hand gehaltenen Zettel achtlos zur Seite. Selbstgefällig musterte er den Ankömmling, so als wäre nicht er der Eindringling, sondern das bläßliche, dünne Männchen in der Tür.
"Ich habe auf euch gewartet." antwortete seine tiefe, dunkle Stimme, die sein Äußeres mit den schwarzen Haaren und dunklen Augen noch unterstrich.
"Und was wollen sie?" fragte Binks und sein Blick glitt wie suchend durch den Raum.
"Sie!"
Ein unsicheres Lächeln huschte über die Gesichtszüge des Verwalters der van Hennings Plantagen. "Und wie kann ich ihnen behilflich sein?"
Der Fremde beugte sich nach vorne. Dunkle Schatten fielen von der Öllampe auf seine markanten Gesichtszüge. "Den Namen dessen, der hinter dem Sklavenhandel steckt und den Gouverneur ermordet hat."
"Und da kommen sie zu mir!?" Jerry Binks hatte seine Fassung wiedererlangt und machte ein paar Schritte zur Seite. Er legte den Papierstapel auf einen Stuhl. So hatte er die Hände frei und konnte notfalls schneller flüchten. "Ich bin hier nur der Verwalter, teile die Arbeit ein und kümmere mich um die Verschiffung."
"Unter anderem auch um die von menschlicher Ware. Und sie haben vergessen, daß sie der Geldbote sind."
"Nun, in diesem Fall hat man ihnen einen Bären aufgebunden, guter Mann!" Mr. Binks tat so, als würde er ganz geschäftig in den Papieren etwas suchen. Und hielt abrupt, zu abrupt inne, als ein Name fiel.
"Tunik! - Der Name sagt ihnen was? - Sie haben ihm Geld angeboten für sein Schweigen. Sie brauchen ihn übrigens nicht zu suchen, er und seine Familie sind außerhalb ihres Einflußbereiches in Sicherheit. Und natürlich Captain Hutt, den ihr Kompagnon umgebracht hat, um den es aber nicht allzu schade ist. Ja, ich möchte sogar sagen, daß er damit den Menschen einen Dienst erwiesen hat."
"Ich weiß nicht wovon sie reden. Und wenn sie nicht augenblicklich diese Haus verlassen, muß ich die Soldaten holen lassen!" Jerry Binks hatte sich zu seiner vollen Größe erhoben und funkelte den Mann selbstsicher an.
"Gut, dann gehen wir." Der Mann erhob sich hinter dem Schreibtisch, was seine Erscheinung noch imposanter machte.
"Ich gehe nirgends hin." kreischte Jerry Binks hysterisch und wich zur Tür zurück.
"Auch gut, dann werdet ihr hier sterben."
Der große Mann zog sein Messer.
Jerry Binks schrie auf und wandte sich zur Tür. Er kam nur zwei Schritte weit, dann durchlief Schmerz seine Schulter und er wurde an die Tür gestoßen, nicht in der Lage sich davon zu befreien.
Ein Messer hatte sein Schulter gestreift, den edlen Stoff seiner Jacke durchstoßen und ihn an die Tür genagelt. Mit Erschrecken sah Binks, wie sich auf dem hellgrauen Stoff ein dunkelroter, immer größer werdender Fleck bildete.
Der dunkelhäutige Mann näherte sich langsam. "Noch habt ihr die Wahl, hier zu sterben, oder euer Geständnis mit allen Namen auf ein Blatt Papier zu bringen, welches euch als reuigen Mittäter ausweist und somit vor den britischen Gerichten wohlwollend berücksichtigt wird." Er beugte sich zu dem um einen Kopf kleineren Mann herunter, der wohl noch weiter in die Knie gegangen wäre, wenn er gekonnt hätte. "Ihr werdet nicht gehängt werden, Mr. Binks." flüsterte er und seine Hand schoß vor und schnürte ihm die Kehle zu.
Jerry Binks schlug mit den Händen um sich, aber der Griff um seinen Hals war wie eine Eisenschlinge. Er keuchte und versuchte jedes bißchen Luft, daß er noch bekam in seine Lungen zu pumpen. Bunte Ringe tanzten vor seinen Augen, ihm schwindelte. Dann war die eisenharte Umklammerung plötzlich weg.
Jerry Binks hustete. Unerwartet hatte er auch wieder Bewegungsfreiheit. Das Messer, was ihn an die Tür genagelt hatte, war verschwunden und er sank fast auf die Knie. Der Fremde griff nach ihm und schleuderte ihn hart durch den Raum. Schwer prallte er gegen den Schreibtisch und schrie auf, als seine Schulter mit der harten Kante in Berührung kam. Wieder wurde er unsanft weiter geschoben und landete auf seinem Sessel. Der Fremde drückte ihm einen Federhalter in die Hand und donnerte ein Blatt Papier vor ihn auf den Tisch.
"Schreibt den Namen auf!"
"Ich habe keine Ahnung, ich weiß gar nicht was ihr wollt...." wimmerte Jerry Binks und sein verschwommener Blick suchte nach einer Möglichkeit zu entfliehen.
"Ich werde euch helfen: Der Mörder von Gouverneur Gowron..."
"Woher soll ich das wissen?!" jammerte Binks und sein Kopf sank fast auf das Papier vor ihm auf den Tisch. Blut rann aus seiner Nase und benetzte es. Mit Erschrecken folgte sein Blick dem roten Faden, der aus seinem Gesicht floß.
"Ich habe genug Beweise, die euch der Mittäterschaft für schuldig erklären oder sogar als Haupttäter darstellen könnten. Somit würde euer Geldgeber davon kommen, während ihr in der Hölle eures Gottes schmort."
"Ich hab nichts mit alledem zu tun und ich weiß überhaupt nichts. Wollt ihr mich auf Grund von billigem Gerede anprangern..?"
"Genauso, wie ihr es auch macht!"
Jerry Binks schaute auf, blickte in das steinerne Gesicht seines Besuchers. "Wer seid ihr überhaupt..."
"Hiroyuki Tagawa."
Etwas wie nachdenkliches Erkennen blitzte in den Augen von Binks auf.
"Ich bin immer da, wo es ein Kopfgeld zu erlangen gibt und die britische Regierung ist sehr großzügig, wenn es um ihr Ansehen geht." Tagawas Gesicht schob sich auf Binks zu, der immer weiter zurückwich. "Niemand ist mir bisher entkommen. Ich liefere alle aus, ob tot oder lebendig..."
"Ich habe nichts damit zu tun..." jaulte Jerry Binks.
Tagawa lachte dröhnend. "Das hättest du dir vorher überlegen sollen. "Deine üblen Machenschaften mit Mr. van Henning vor ein paar Jahren, die die Plantage hier erst zu dem gemacht haben, was sie ist, und vielen die Existenz kostete, sind nicht unbeachtet geblieben. Du hast viele Namen benutzt mit deinen Betrügereien in Singapur, wo dich Mr. van Henning aufgabelte. Willst du immer noch sagen, du bist unschuldig? Ein kleiner ehemaliger Schauspieler...?"
Ein schiefes Lachen zierte Jerry Binks Gesicht: "Und das müßt ausgerechnet ihr sagen? Was man so hört, habt ihr ganze Familien ausgerottet, nur wegen einer Ehrenschuld, die dann noch ein Mißverständnis war."
"Aber ich stehe hier auf der richtigen Seite, und ihr auf der falschen. - Schreibt!"
"Da könnt ihr lange warten."
"Nur so lange, bis ihr verbrannt seid."
Hiroyuki griff nach der Öllampe und warf sie an die gegenüberliegende Wand. Das auslaufende Brennmaterial lief an der rauhen Wand herab und die Flammen folgten ihm züngelnd hinterher, erreichten den Fußboden und griffen gierig nach allen Seiten. Jerry Binks wollte aufspringen, starrte aber statt dessen in ein Messer, was auf seine Brust zielte.
"Ihr könnt euch die Richtung aussuchen: In die Richtung meines Messer oder in die andere, wo das Feuer euch erwartet."
Jerry wählte keines von beiden, sondern blieb sitzen und starrte auf die sich dem Schreibtisch nähernden Flammen. "Ihr werdet mitverbrennen."
"Ich brauche nur aus dem Fenster zu springen und das wäre auch der Weg, den wir nehmen, wenn ihr euch entschließt zu schreiben."
Schweißperlen bildeten sich auf der Stirn des Plantagenverwalters, ob sie nun von der spürbaren Hitze waren oder eine Angstreaktion. Schon stoben einzelne Flammen durch das trockene Holz und die vielen Unterlagen auseinander und Funken trafen den Schreibtisch, die Jerry hastig ausklopfte und von Hiroyuki nur ein mitleidiges Lächeln erntete.
Mit einem spitzen Schrei hob er seine Füße. Der Boden unter dem Schreibtisch hatte Feuer gefangen. Wild trampelte er darauf herum, aber immer neue Flammen griffen nach dem noch unversehrten Holz wie ein wildes, ausgehungertes Tier.
Ein Funken landete auf seinem Arm. Die kleinen Flammen sogen gierig an dem dünnen Stoff. Jerry Binks klopfte sie aus.
Mit zitternden Händen griff er nach dem Papier und begann bruchstückhaft zu schreiben.
"Der Name und was er getan hat!" schrie Jerry durch das tosende Knistern, was bereits an der einen Seite den Schreibtisch erreicht hatte.
Hiroyuki griff nach dem Papier und studierte die wenigen Zeilen.
"Was ist?!" schrie Binks nervös.
"Deine Unterschrift fehlt." Tagawa reichte ihm eiskalt das Schreiben zurück, während Binks ihn entgeistert ansah und anfing hysterisch zu kichern. "Meine ...Unterschrift...fehlt!"
Mit großer Anstrengung konnte er sich kaum auf die Buchstaben konzentrieren. Dann wurde er plötzlich aus dem Sessel gerissen, dessen seidiger Stoff und die Polsterung in einem Flammenmeer explodierte.
Hiroyuki verstaute den Zettel unter seiner Weste, ergriff Binks am Kragen und zog ihn zum Fenster. Er trat dagegen und warf Binks raus, sprang hinterher, bevor ihn die nach Sauerstoff gierenden Flammen durch das Fenster folgten.
Der Kopfgeldjäger verlor keine Zeit darauf zu achten, wie das Feuer an der Hauswand hochschlug, wie aus verschiedenen Richtungen Leute angerannt kamen.
Er verschwand mit Jerry Binks im Schatten eines Wäldchens.


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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