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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01Sein Kurzschwert wirbelte im Strahl der untergehenden Sonne herum und schlitzte, ohne daß der Soldat noch einen Gedanken an einen tödlichen Schrei verschwenden konnte, seinen Bauch auf. Er hieb mit der gleichen Drehung dem nächsten Gegner seinen Ellenbogen ins Gesicht und durchtrennte dessen Halsschlagader. Er drehte sich langsam im Kreis. Nichts war mehr auszumachen in dem diffusen Licht zwischen den Bäumen. Irgendwo weiter vorne war Ulzana und auf seiner linken Seite war Li im Dschungel verschwunden. Die Nachhut bildete Haako mit seinen Leuten. Von fern hörte man den Kampflärm, den die beiden anderen Gruppen machten.
Maximus gab ein Handzeichen. Langsam und mit blassen Gesichtern schoben sich die Frauen und Kinder an ihm vorbei, den Blick abgewendet von den toten Soldaten, deren Blut die trockenen Erde tränkte. Maximus blickte sich um, wo war Haako geblieben, er sollte doch den Schluß bilden. Er lief geduckt zurück. Plötzlich stürmte Li aus dem Gebüsch neben ihm, sprang über ihn hinweg und verschwand hinter einem Strauch, nur um gleich drauf wieder herauszustürzen, mit blutigem Säbel in der Hand. "Eine Falle Maximus. Sie haben nur auf uns gewartet!" Maximus hastete hinter den Flüchtlingen hinterher "Lauft in den Dschungel. So schnell ihr könnt!"
Da erschollen auch schon die ersten Gewehrsalven, sie kamen links und rechts aus den Bäumen. Maximus und Li warfen sich auf den Boden. Die Soldaten stürmten auf sie zu. Darauf hatte Ulzana nur gewartet. Der große Mann stand urplötzlich hinter ihnen und fegte drei von ihnen von den Füßen. Maximus stürmte ihm entgegen. Ohne seinen Schritt zu verlangsamen, streckte er jeden nieder, der sich ihm in den Weg zu stellen wagte. "Hier entlang!"
Kreischend und schreiend liefen die Frauen mit ihren Kindern zurück in seine Richtung. Einige stolperten und fielen. Ihre Gebeine würden für immer an diesem Ort ruhen. Zeugnis sinnlosen Abschlachtens.
Maximus wich dem Stoß eines Degens eines berittenen Reiters aus, griff in die Klinge und zog ihn kurzerhand vom Pferd. Ohne Mitleid stieß sein Schwert in das Herz des Gegners. Er duckte sich, als er ein Sausen hörte und stach unter seinem linken Arm hindurch sein Schwert einem Feind in den Unterleib, der erstaunt nach vorne überkippte.
Maximus folgte den Flüchtenden. Li fand sich an seiner Seite wieder. Der Dschungel wurde dichter, ein Fortkommen schwieriger. Hinter sich hörten sie das Laufen und Keuchen ihrer Gegner, die Schwierigkeiten hatten, in dem dunkler werdenden Tageslicht, geblendet von der untergehrenden Sonne, nicht die Orientierung zu verlieren.
"Wie viele haben wir verloren?" fragte Maximus Li, dessen weite Robe zerrissen und blutig war.
"Und wenn es nur einer wäre, so wäre es einer zuviel." Der Chinese blickte in das starre Gesicht von Maximus, welches aus Stein gemeißelt schien.
Sie wurden langsamer. Die umgeknickten Pflanzen vor ihnen wiesen ihnen den Weg, den Ulzana die kleine Gruppe von einfachen friedlichen Menschen geführt hatte. Sie holten ein paar Nachzügler ein, die sich einfach an einen Baum gelehnt hatten und nicht mehr weiter wollten. Sie trieben die Frauen und Männer an, die wohl nichts mehr zu verlieren hatten, da alles, was ihnen etwas bedeutet hatte, vor wenigen Minuten genommen worden war.
Sie erreichten eine kleine Lichtung, wo Ulzana die wenigen Überlebenden um sich geschart hatte.
"Weniger als die Hälfte!" flüsterte Maximus und schaute in ausdruckslose Gesichter. "Wir werden weiter gehen, bis wir gar nichts mehr sehen können. Ulzana, du übernimmst die Führung."
"Es ist gleich dunkel Maximus und das Gebiet ist von Sümpfen durchzogen."
"Wir haben keine andere Wahl."
Die Gruppe setzte ihren Weg fort, durch das Labyrinth aus Bäumen und Sträuchern, die wie Arme nach ihnen griffen und unheilvolle Schatten warfen.
Eine Bewegung am Rande seines Gesichtfeldes ließ Maximus herumfahren und in Angriffshaltung gehen. Durch das Dickicht kam Haako ziemlich lautstark auf ihn zugestapft.
Li zog verächtlich die Brauen in die Höhe.
Maximus entspannte sich "Wo warst du Haako?"
Ganz außer Atem antwortete der hagere Mann: "Meine Leute sind alle tot. Plötzlich waren überall Soldaten..."
"Was ist das?" Li zog einen halboffenen Beutel aus Haakos Hose, aus dem es verführerisch glimmte. Der Lederbeutel fiel auf den Boden und Goldstücke landeten im Sand.
Haako bückte sich und sammelte sie hastig ein. "Die habe ich gefunden...bei einem Soldaten!"
"Es ist mir neu, daß der Sold bei den Briten so gut ist!" erwiderte Li zynisch.
Maximus schaute angewidert auf den Mann, der hektisch nach seinem Gold schnappte. "Wofür hast du es bekommen? - Hast du ihnen gesagt, was wir vorhaben? Für ein paar Goldstücke!?" Der Spanier trat auf die Finger des Mannes, der gerade nach einem Stück Metall zu Maximus Füßen greifen wollte. Er jaulte jämmerlich auf und krümmte sich wie ein Wurm.
Li zog seinen Säbel "Dort wo du jetzt hingehst, wirst du es nicht mehr brauchen!".
Haako blinzelte sie beide an und eine plötzliche Wut stand in seinem Gesicht. Etwas blitzte in seiner Hand und es war kein Goldstück. Er warf sich nach vorne und ein Messer durchdrang die Brust von Maximus und ließ ihn zurücktaumeln. "Für dich, bekam ich es!" schrie Haako noch, als bereits ein Schwall Blut aus seinem Mund strömte und eine Klinge seine Kehle von hinten durchstieß.
Maximus ging in die Knie. Ein stechender Schmerz ließ ihn das Luft holen schwer werden. Vor seinen Augen tanzten bunte Kreise. Kräftige Hände hoben ihn hoch und lehnten ihn gegen einen Baum. Er sah das Gesicht von Ulzana, der sich über ihn beugte, seine Lippen bewegten sich, Maximus bemühte sich, ihn zu verstehen, aber da war nur ein Rauschen... Und plötzlich, hinter all diesen Eindrücken erspähte er das Sonnenlicht auf einer alten Ziegelmauer... er sah ein schwarzes Holztor in der Wand...das Tor öffnete sich nun auf ein Feld jenseits davon... er streckte die Hand aus....Starke Finger umgriffen sie, er hörte seinen Namen, blinzelte...
"Maximus, du mußt ruhig liegen bleiben." Ulzana beugte sich über ihn und untersuchte die Wunde, aus der er das Messer gezogen hatte. Es hatte die Lunge durchstoßen. Er verblutete innerlich und Ulzana las in den Augen seines Freundes, der ihn anlächelte, daß er es wußte.
"Ulzana, mein Freund, es ist vorbei."
Maximus sah seine eigene Hand auf der Tür aus schwarzem Holz und schob sie auf...das sonnenwarme Weizenfeld, die gewundene Landstrasse neben der Zypresse...vor ihm ging eine Frau, und ein Kind lief...sie schauten zurück, seine Frau lächelte warm...die Geräusche der Füße des Kindes auf der Straße drangen als Echo an seine Ohren und...erinnerten ihn an etwas, was er noch vergessen hatte...
Ein schwerer Atemzug hob seine Brust. "Ulzana ..." flüsterte er "...bring die Leute nach Hause... und sage Sandokan...sage ihm, er soll es beenden..."
Maximus ging durch das Weizenfeld und ließ die Halme der prallen Ähren durch seine Finger streichen...Die anmutige Frau blieb stehen und drehte sich um. Sie rief ihren Jungen, der ebenfalls stehenblieb und zurückschaute. Dann lief er auf der Straße zurück, auf den Mann im Weizenfeld zu, seinen Vater, der endlich heimgekommen war.
Maximus Decimus Meridas' Augen brachen. Ulzana ließ die kraftlos gewordene Hand des Freundes los und schloß ihm die Lider. "Wir sehen uns wieder, mein Freund. - Aber noch nicht gleich!"


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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