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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01 Die Luftfeuchtigkeit lastete schwer zwischen den Büschen und niedrigen Pflanzen, die sich mühsam durch die hohe, fast geschlossene Baumdecke ihren Weg ans Licht erkämpften.
Sein Hemd war durchnäßt, als hätte er einen Fluß durchschwommen, aber hier gab es nur ein paar versumpfte Grundwasserpfützen und wer nicht wußte, wo er seinen Fuß hinsetzen sollte, würde sich unweigerlich verlaufen, oder im Sumpf stecken bleiben.
Sandokan drehte sich um und tätschelte den Hals des Braunen, der zufrieden schnaubte. Die geringe Last, die das kräftige Tier zu tragen hatte, merkte es kaum.
Sandokan runzelte die Stirn "Alles in Ordnung, Madam."
Christina öffnete die Augen. "Ja, ich bin nur müde."
Ihre Kleidung war nicht minder feucht wie seine. Ihre Haare fielen dicht und schwer nach unten. Einzelne Strähnen hafteten an ihrem Gesicht. "Es ist nicht mehr weit, dann kommen wir auf festes Gelände und an eine Quelle."
"Ein Bad, was für eine göttliche Vorstellung." Flüsterte sie und verdrehte die Augen. "Mußte es eigentlich ausgerechnet dieser Weg sein?"
"Ja, mußte es. Hier wird uns garantiert keiner verfolgen."
Hatte sie seine Antwort registriert? Ihr Kopf war wieder nach unten gesunken, die Augen hatte sie geschlossen. Die Zügel lagen locker in ihren schmalen Händen.
Eine tiefe Sorgenfalte lag auf seiner Stirn als er sich wieder dem Weg vor ihm zuwandte. Die Sonne stand bereits hoch. Sie waren die ganze Nacht so weit wie möglich geritten, dann wurde es zu gefährlich und Sandokan hatte das Tier an den Zügeln geführt. Wäre er alleine, hätte er das Tier am Dschungelrand zurückgelassen, aber mit seiner Begleiterin und deren Bekleidung, konnte er unmöglich zu Fuß durch das Dickicht durch.
Ein Geräusch ließ ihn herumfahren. Ganz langsam fiel Misses van Henning zur Seite und rutschte aus dem Sattel. Mit einem Satz war er da und fing sie auf. Ihre Augenlider flackerten und öffneten sich. "Was ist passiert?"
"Sie sind vom Pferd gefallen!" Sandokan konnte sich einer gewissen Belustigung nicht erwehren. Dementsprechend zweifelnd schaute sie ihn auch an. "Lassen sie mich herunter, ich kann alleine gehen."
"Das bezweifle ich und womöglich müßte ich sie dann aus einem Schlammloch ziehen." Eine kleine Falte bildete sich zwischen ihren Augen, die ihn aufmüpfig anschauten. "Und auch wenn sie jetzt anfangen zu beißen und zu kratzen, ich setze sie nicht ab."
Sandokan beachtete sie nicht weiter, band sein Pferd ganz kurz an einen Ast, damit es nicht fehltrat und im Sumpf versank und bahnte sich einen Weg vorsichtig durch das Dickicht. Von seiner Last kam weder einen Gegenwehr, noch Protest, statt dessen legte sich ihr Kopf an seine Schulter und ihr Körper wurde locker. Er hielt an und lauschte. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig. Seine Hand berührte ihre Stirn. Ihre Haut war feucht und kalt, daß war nicht gut. Sie mußte unbedingt die feuchten Sachen ausziehen. Ohne Rücksicht auf Äste, die gegen sein Gesicht peitschten lief er den vertrauten und kaum auszumachenden Weg, der bereits in ein paar Stunden für ungeübte Augen nicht mehr auszumachen war, entlang. Einen sicheren Pfad durch den Dschungel, der seit Jahrzehnten von denen benutzt wurde, die unter keinen Umständen den Briten in die Hände fallen wollten. Er erreichte eine kleine Lichtung und festen trockenen Boden. Sie hatten das Sumpfgebiet hinter sich. Für eventuelle Verfolger war es unmöglich sie noch einzuholen. Der Sumpf lag zwischen ihnen und Kuching....
Behutsam ließ er sie zu Boden gleiten. Sanft strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Es war wie die Berührung einer Erinnerung aus einer anderen Zeit. Er schaute auf dieses schlafende Antlitz...Die feinen Linien, die hohen Wangenknochen, lange dunkle Wimpern, unter geschwungenen Augenbrauen, volle, leicht geöffneten Lippen... Es schien ihm, als würde er sie das erste Mal sehen.
Seine Hand wollte sie berühren, aber in einem plötzlichen Erwachen, zog er sie zurück und erhob sich abrupt.
Sandokan machte ein Feuer und verschwand dann wieder im Dickicht. Er mußte das Pferd holen, daß sie noch brauchten.
Als er mit dem Tier wieder die kleine Lichtung betrat, lag sie immer noch unverändert da. Er legte sie auf eine Decke. Sie schien zu schlafen, aber sie war eher einer tiefen Ohnmacht näher. Ihre Hände waren eiskalt. Es half nichts, er mußte ihr die feuchten Sachen ausziehen. "Sie entschuldigen, Madam, aber es muß sein." Sagte er laut und zog ihr die nun von getrockneten Schlamm verkrusteten, kaum noch als weiß auszumachenden Schuhe und Strümpfe aus. Als ginge es um Leben und Tod, knöpfte er ihr voller Hast die Bluse auf und zog sie aus. Die Häkchen an dem hohen Bund des Rockes bereiteten ihm einige Schwierigkeiten. Warum, konnten die Weißen nicht vernünftige Kleidung tragen und mußten sich so verpacken wie in einer Rüstung... Schließlich hatte er es geschafft.
Er lockerte die Bänder ihrer Korsage und hüllte sie in eine Decke ein. Ihre Sachen nahm er und hing sie über einen Ast zum Trocknen.
Eine Brosche an ihrer Bluse erregte seine Aufmerksamkeit...


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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