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"Christina! - Die Nachricht von deiner Rückkehr hat sich wie ein
Lauffeuer in Kuching verbreitet!" James Kirk stürzte die Treppe seines
Palastes herunter und half ihr aus dem Sattel. "Wie geht es dir? Hat
man dir etwas getan?" Er stützte sie und machte ein recht sorgenvolles
Gesicht.
"Danke James, mir geht es gut. Ich würde am liebsten nach Hause...."
"Das werde ich auf gar keinen Fall zulassen!" Er führte sie die Treppe hinauf, obgleich sie wirklich hätte alleine gehen können.
"Deine Soldaten haben mir schon erzählt, daß es zu unsicher ist." Sie
lächelte ihn an, schaute in seine grauen Augen, die sie mit
unverhohlenem wachen Interesse musterten. "Oh Christina, ich habe mir
solche Sorgen gemacht!"
Er zog sie an sich und wollte sie küssen, aber Christina wandte
instinktiv ihren Kopf zur Seite. Nein, das wollte sie jetzt nicht. War
es Abneigung, oder wirklich nur die Anspannung der letzten Tage...Sie
schaute in sein fragendes Gesicht, sah in seine hellen, klaren Augen,
die sie wach und fordernd musterten.... Er sah so korrekt, so sauber,
so makellos aus...Sie wußte nicht wie sie es beschreiben sollte, aber
sie schien ihn wie von einer anderen Ebene aus zu betrachten, wie man
einen Garten aus dem Dunkel eines Kellers betrachtete.... "Ich bin sehr
müde und ich möchte unbedingt baden und saubere Kleidung anziehen."
"Aber natürlich. Er ließ sie sofort los und winkte einem Dienstboten.
"Ruh' dich aus. Wenn du etwas brauchst dann sage es." Er küßte sie
sanft auf die Stirn und schaute ihr nach, wie sie einer Dienerin die
breite Treppe nach oben folgte. Es war nicht so geplant, aber nun war
sie hier in seiner Nähe in seinem Haus. Und sie brauchte Hilfe, auch
jemanden, der ihr Trost schenkte...
Mit einem breiten Grinsen steuerte er sein Arbeitszimmer an. Und wenn
er ihr dann noch äußerst mitfühlend mitteilen mußte, daß es auch
Alexandre nicht mehr gab, und er sie dann tröstend in seine Arme
schloß, würde es sicher eine sehr lange Nacht werden....
Das Gästezimmer war sehr luxuriös und prunkvoll eingerichtet. Ein
großes Himmelbett, ein kleines Sofa, ein Tischchen, seidene Tapeten,
weiche Teppiche...Christina registrierte das nur am Rande. Sie ließ
sich rücklings auf das breite Bett fallen, während nebenan Wasser in
eine Wanne gefüllt wurde. Ihre Augen zogen die weißen, exakt gelegten
Falten des seidig schimmernden Baldachins über ihr nach. Sie verspürte
nicht die geringste Lust noch einmal hinunterzugehen zu James.... Sie
erinnerte sich an ihre erste Begegnung, seine Berührung, ihre
Erregung.... nichts davon hatte sie eben empfunden, ja sie war sogar
froh gewesen, als er sie losgelassen hatte.
Sie raffte sich auf und öffnete die Balkontüren, die auf eine kleine
Terrasse hinausführten, von wo aus man den Garten übersehen konnte,
hinter dem die Sonne langsam am Horizont verschwand. Was sehnte sie
sich nach einem offenen einfachen Gespräch mit Alexandre, nach einer
tröstenden Umarmung und Worten. Jemand dem sie ihre wirbelnden Gedanken
mitteilen konnte, dem sie erzählen konnte, was wirklich passiert war
und der ihr half Klarheit zu erlangen.
Die Dienerin wies sie darauf hin, daß das Bad bereitet sei. Mit einem
Seufzer wandte sich Christina um. Sie ging zurück in den Luxus, den sie
immer als selbstverständlich angesehen hatte, ihr aber plötzlich so
falsch und aufgesetzt erschien....
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
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