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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01Weißer Dunst schob sich wie der Atem eines Drachen durch das Dickicht der Blätter. Hier und da erleuchtete ein Sonnenstrahl das dunkle Grün und verscheuchte die wogenden Schleier der hohen Luftfeuchtigkeit. Ein leichter Wind spielte mit den höheren Blättern dieses tiefen Waldes, und verlor seine Kraft zwischen den dicken bewachsenen Stämmen.
Sie musterte ihr Spiegelbild in dem von zahlreichen Blüten bedeckten schmalen Flußlauf, über den die Bäume weit ihre Äste hinüberhängen ließen, so als wollten sie verhindern, daß die Sonne dieses kostbare kühle Naß bemerkte und es austrocknete. Sie strich sich mit dem perlmutfarbenem Kamm, den ihr Kammamuri gegeben hatte, durch das von dem erfrischenden Bad noch feuchte lange Haar.
"Sind sie fertig?"
Christina van Henning wandte sich langsam zu Sandokan um, der sie zynisch musterte. Ihr offenes Haar glitt über ihre Wange und sie strich es nach hinten. Sie hatte die obersten beiden Knöpfe ihrer hochgeschlossenen Bluse offengelassen und die langen Ärmel ein wenig hochgerollt. Ihre seidene Weste lag achtlos neben ihr auf dem mit Moos bewachsenen Boden.
Nun, wenn er meinte, er könne sich über sie lustig machen, so war er bei ihr an die Falsche geraten.
"Und was meinen sie? - Bin ich fertig? Kann ich mich so sehen lassen?" Sie schaute ihn herausfordernd an und glättete mit der Hand demonstrativ ihr Haar.
Sandokans spöttisch hochgezogenen Mundwinkel verschwanden. Er hob stolz den Kopf. Christina hatte einen kleinen Sieg errungen, wenn auch nicht im Kampf, wo sie ihm bei weitem unterlegen gewesen wäre.
"Wir reiten!" Abrupt wandte er sich um und ging zu den Pferden, neben denen Kammamuri und der andere Fremde standen, dessen Namen Christina nicht richtig verstanden hatte.
Sie beeilte sich ihm zu folgen, es machte den Anschein als ob es ihm momentan durchaus egal war, ob sie mit kam, oder hier blieb. Sie faßte ihr Haar mit einem Band, welches mal eine kleine Zierschleife an dem Kragen ihrer Bluse war, zusammen, griff nach ihrer Weste und folgte Sandokan durch das lockere Gebüsch zu der kleinen Lichtung, wo sie auch genächtigt hatten.
Sandokan und Kammamuri saßen bereits im Sattel und warteten. Der andere Fremde hielt das Pferd, das man ihr zugedacht hatte. Es war etwas kleiner und kräftiger als die anderen. Wahrscheinlich war es vorher ein Packtier gewesen. Der große kräftige Mann mit den herben Gesichtszügen und den mandelförmigen Augen, machte Anstalten ihr in den Sattel zu helfen, was sie ignorierte und alleine aufstieg.
Sandokan beobachtete halb umgewandt, daß die kleine Gruppe nun bereit war. Ein selbstgefälliges leichtes Lächeln ließen seine dunklen Augen aufblitzen. Nun, er mußte der Lady - was auch immer man ihr vorwarf, an dessen Richtigkeit er allerdings zweifelte - schon einen gewissen Mut zusprechen und vor allen Dingen eine spitze Zunge.
Der Tiger von Malaysia führte die aus allen Völkergruppen stammende Schar tiefer in den Dschungel.

 

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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