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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01Seine dunklen schmalen Augen verengten sich. Ein Punkt am Horizont hatte seine Aufmerksamkeit erregt, noch bevor der Ausguck etwas davon bemerkte. "Steuerbord Hikaru." sagte er, ohne seinen Blick von dem fernen Objekt abzuwenden, zu seinem Steuermann, einem kleinen Japaner, der nur mit einer schwarzen weiten Hose bekleidet war.
Hikaru Sulu, der sein Leben mehr als einmal seinem Herren Li Lian Jie verdankte, fing diesen Befehl, obgleich sehr ruhig und leise, aber wohl intoniert gesprochen, sofort auf, und setzte ihn mit ruhigen fließenden Bewegungen um.
Die 'Toranaga' bewegte sich unmerklich nun direkt auf den schwarzen Punkt am Horizont zu. Das Schiff rollte über die Wellen, die jetzt von der Seite kamen. Der Wind blies einige dünne Haarsträhnen aus dem nach hinten gekämmten und hochgesteckten schwarzen Haar von Li nach vorne.
"Ein Kanonenboot?" fragte Hikaru und versuchte etwas genaueres als die wagen Umrisse des auf sie zukommenden Schiffes auszumachen.
"Nein! Ein Dreimaster, spanisch, schwer beladen!"
Ohne vom Kurs abzuweichen hielt die 'Toranaga' direkt auf das Schiff zu. Li brauchte seiner Mannschaft keine Anwesungen zu geben. Sie waren alle ausgezeichnete Kämpfer und wußten, was sie zu tun hatten.
Man konnte bereits die Gesichter der Männer auf dem anderen Schiff erkennen, die ihrerseits mißtrauisch hinüberschauten. Üble Gesichter, keinem würde Li dem Rücken zukehren wollen, auch wenn sie für die gleiche Sache kämpfen würden. Ein Blitzen erregte seine Aufmerksamkeit. Hinter einer der Aufbauten, hatte ein Lichtstrahl der aufgehenden Sonne etwas metallisches gestreift. Das war das Zeichen, auf das Li gewartet hatte, ein Fingerzeig göttlicher Fügung, die ihm den Weg wies.
Er hob schweigend die Hand. Das war für seine Männer das Signal.
Strohballen wurden zur Seite geworfen und versteckte Abdeckungen geöffnet. Kanonen schoben sich aus vorher nicht erkennbaren Schächten. Die 'Toranaga' machte einen abrupten Bogen und schoß wie ein Pfeil auf den spanischen Dreimaster zu. Bewegung war auf dem anderen Schiff entstanden, als man die plötzliche Gefahr erkannte. Zu spät. Die 'Toranaga' hatte das Schiff fast erreicht und wurde wie von Geisterhand unter der sachkundigen Lenkung ihres Steuermannes zur Seite gezogen. Nur zwei Meter trennten die beiden Schiffe noch voneinander.
Die Kanonen der 'Toranaga' feuerten. Maste knickten ein wie gefällte Bäume und begruben Männer unter sich, die nicht schnell genug zur Seite ausweichen konnten. Die Reling des Schiffes wurde in Trümmer geschossen. Innerhalb von Sekunden waren die Aufbauten nur noch eine Ansammlung zertrümmerter Holzbalken. Ein Steuer gab es nicht mehr.
Li war der erste, der sich an Bord des fremden Schiffes schwang. Ohne zu zögern und innezuhalten mähte er die Angreifer, die auf ihn zustürzten mit blitzartigen Bewegungen seines Säbels nieder. Er war so schnell, daß sie seinen Bewegungen nicht zu folgen vermochten. Ehe sie sich's versahen, war er über ihre Köpfe gesprungen und stand hinter ihnen, ohne das sie etwas davon mitbekommen hatten.
Der Kampf wehrte nur wenige Minuten, dann gab es niemanden mehr, der noch fähig war das Schiff zu verteidigen. Li steckte seinen Säbel wieder ein. So schnell, wie er sich bewegt hatte, so schnell kam er aus der Bewegung wieder zur Ruhe, als wäre er erst jetzt an den Ort des Geschehens gerade so wie ein unbeteiligter Zuschauer gekommen.
Seine Männer durchsuchten das Deck. Li lauschte den Geräuschen, dem Scharen von Füssen, dem Glucksen des Meeres, wie es langsam Einlaß gewann durch die von den Kanonenkugeln gerissenen Lecks.
Mit schnellen Schritten ging er drei Schritte vorwärts und stoppte. Er winkte einen seiner Männer mit einer Axt heran und deutete auf die Planken. Der Mann hob die Axt und zerschmetterte das Holz. Li bückte sich und riß die Planke heraus und starrte in die Dunkelheit, aus der ihn ängstliche Augen zurück anstarrten.


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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