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Die 'Toranaga' machte gute Fahrt. So unscheinbar die chinesische
Dschunke wirkte, war sie doch schnell und wendig und niemand vermutete,
daß sich hinter den strohbedeckten Aufbauten nicht feine seidene Stoffe
und fremdartige Gewächse und Gewürze, sondern feste Kajüten befanden,
die mit Gewehren, Kanonen und reichlich Munition vollgepackt waren.
Das Schiff lag tiefer im Wasser als erwartet und so konnte ein
Beobachter erst beim Näherkommen erkennen, daß die hohe Reling die
wirkliche Zahl der Besatzung nicht preisgab.
Li Lian Jie stand breitbeinig neben seinem Steuermann und überschaute
stolz sein größtes Schiff, daß er selber entworfen hatte. Mehr als
einmal war ihm damit die schnelle Flucht gelungen, um seine Ware in
Sicherheit zu bringen.
Er verschränkte die Arme und der Wind blähte leicht seine weite
rotbraune Kimonojacke auf, die von einem Gürtel, in dem ein breiter
Säbel steckte, zusammengehalten wurde. Mit langen Atemzügen zog er die
vom Land wehende Brise ein. Allerlei Gewürze, Düfte fremder Früchte und
Pflanzen... Sie hatten die Küstenregion verlassen und kreuzten im
offenen Meer vor Sarawak. Das schwarze Tuch des sternenübersäten
Himmels wies ihnen den Weg. Wem immer sie auch auf ihrer Fahrt begegnen
würden, er mußte damit rechnen geentert zu werden, sollte auch nur der
leiseste Verdacht bestehen, daß es sich um ein Schiff mit menschlicher
Fracht handelte.
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
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