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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01Er war groß, seine Haltung zeugte von Stolz und Kraft Die dunklen Haare wehten in der leichten Brise, die vom Meer kam.
Er genoß diesen Duft, der sich mit denen der vielschichtigen exotischen Gerüche von Sarawak mischte. Eine Hand fest auf dem Griff seines Säbels liegend, die andere locker über das sich an einen Felsen gestützte Bein, beobachtete er mit fachkundigem Blick, wie die kleine Dschunke vor Anker ging..
Die kleine Bucht an der Mündung des Bantang Baleh bot sich an, um ungesehen ans Ufer zu gelangen. Gesäumt von Felsen war es einem Beobachter schwer vom Wasser her hier etwas auszumachen und hinter ihnen erstreckte sich der Dschungel.
Ein Beiboot nahm Kurs auf das Ufer. Die Dschunke war ein altes Schiff, aber es war wendig und schnell und sie war nicht so auffällig. Ein Anfang, obgleich es ein zweites Mompracem nie mehr geben würde. Einzelne Stützpunkte, wie den auf den Natuna Inseln, oder im unwegsamen Dschungel, ganz zu schweigen von den zahlreichen Waffenlagern in versteckten Höhlen, Tälern und vergessenen Tempeln, vieles finanziert von Yanez, denn allen Gerüchten zum Trotz, waren die wenigsten Überfälle der Schiffe auf den Handelsrouten zwischen Sumatra, Indien und Sarawak kein Werk der Piratenschiffe des Tigers von Malaysia.
Ein Lächeln glitt über die Züge von Sandokan, als er erkannte, wen Yanez ihm da geschickt hatte. Selber konnte er noch nicht kommen, solange die Belange in Indien nicht vollständig geregelt waren und er die Maharani in vollkommener Sicherheit wußte. Eigentlich hatte er gedacht André würde kommen, aber über dieses Gesicht freute er sich um so mehr.
Obgleich einige Jahre jünger, verband ihn mit dem muskulösen Mann, der aufrecht im Boot stand und dessen schwarze langen Harre, die von einem Stirnband nach hinten gehalten wurden, mehr als eine tiefe Freundschaft. Er erinnerte ihn in seiner ungestümen Art an sich selbst...
"Kammamuri! Es ist gut Dich zu sehen."
"Yanez hat gesagt, du brauchst Hilfe! - Hier sind wir! Ich habe meine besten Männer mitgebracht." Leichtfüßig sprang Kammamuri ins flache Uferwasser und watete die letzten Schritte an den Strand.
Die beiden Männer reichten sich die Hand.
"Außerdem habe ich noch Waffen und das hier." Kammamuri rollte ein Lederbündel auseinander. Er entfaltete den roten Stoff, auf dem in der Mitte ein goldener Tigerkopf prangte. "Das schickt dir Surama."
Die Flagge des Tigers, unvergessen und doch lange nicht mehr auf Sarawak gesichtet... das dünne, seidene Tuch flatterte stolz im Wind.
Sandokan schüttelte angesichts dieses Geschenks seiner Freunde ungläubig den Kopf. Ein wehmütiges Lächeln stahl sich für Sekunden in seine Augen. Dann rollte er die Fahne zusammen und übergab sie wieder an Kammamuri, der sie in die Ledertasche zurücksteckte.
"Wir werden sie hissen,... bald!" sagte er eisernen Blickes zu seinem Begleiter. "Laß' die Männer abladen, wir verstecken alles erst mal hier. Dann holen wir uns aus dem nächsten Dorf ein paar Pferde."
Kammamuri nickte und rief dem kleinen Beiboot seine Befehle zu, was sofort vom Sand geschoben wurde und Kurs auf die Dschunke nahm.
Sandokan hatte sich auf einen Felsen gesetzt und verfolgte das Treiben auf See. "Das Schiff sollte dann auch hier verschwinden."
"Es gehört einem Freund von mir ."
"Ist dein Freund verläßlich?"
Ein breites verschlagenes Grinsen erstrahlte über das dunkle, markant geschnittene schmale Gesicht . "Er hat mehr als einmal meinen Rücken freigehalten. Er kommt aus Beijng, China. Vor zwei Jahren traf ich ihn in Kalkutta. Leider ist ihm der Boden in Indien momentan zu heiß. Er sucht eine neue Bleibe, und da bot es sich an ihn mitzunehmen. Er hat noch zwei andere Schiffe, die Natuna Mompracem anlaufen."
"Was hat er für ein Gewerbe?"
"Schmuggler." erwiderte der jüngere Mann nicht ohne Stolz.
Sandokan nickte, was Kammamuri als allgemeine Zustimmung wertete und sich ihm gegenüber an einen Felsen lehnte.
"Und nun berichte Bruder, wo brennt es hier!"
Sandokans Mundwinkel verzogen sich zur Andeutung eines Lächelns über die hitzige Ausdrucksweise, die bereits ein Abenteuer voraussetzte und ignorierte, daß es dabei auch das Leben kosten konnte..."Die Briten haben angebliche Beweise, daß ich Gouverneur Gowron umgebracht haben soll."
"Aber das ist unmöglich!" brauste Kammamuri auf.
"Du sagst es, mein Freund." Ließ sich Sandokan von dem ungestümen Einwurf nicht aus der Ruhe bringen. "Zu der Zeit als das Unglück geschah, war ich auf dem Weg nach Natuna. Du selbst hast mich bis Rangun begleitet."
"Du hattest ein Abkommen mit dem Gouverneur..."
"Ja, aber es war nichts offizielles und niemand wußte von dem geheimen Treffen und der Unterredung, soweit mir bekannt ist. Außerdem beschuldigt man uns, einen Sklavenhandel zu betreiben, Dörfer zu überfallen und die Menschen an die Chinesen zu verkaufen. - Das ist die britische Version, wofür es angeblich Zeugen gibt, daß wir uns als Engländer verkleiden und so die Bevölkerung glauben machen, daß es die Briten seien. " ein leichter Sarkasmus hatte sich in die Schilderungen von Sandokan eingeschlichen. "Die richtige Version ist, daß mit britischen Gewehren und Uniformen ausgerüstete Söldner die Dörfer überfallen, die Menschen auf Frachtschiffe bringen, die bisher alle einer Handelslinie angehörten und als vermißt gemeldet sind, und von dort der Handel auf See abgeschlossen wurde. Mittelsmann bei der Geldübergabe, ist ein britischer Geschäftsmann..."
"Ein Komplott."
"Richtig mein Freund, aber um was zu erreichen? - Einfluß, Macht, Geld? - Es kann nur einen Grund geben: Die Einheimischen aufzuwiegeln, dadurch kommt es zu einem Aufstand, der darauf zielt, die britische Knute wieder zu verstärken und dann haben wir, wer auch immer dahinter steckt, bald einen zweiten James Brooke auf Sarawak sitzen!"


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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