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Himmel über Sarawak PDF Drucken E-Mail
Inhalt
Himmel über Sarawak
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52

sundown01"Ich habe gehört, nach dem Zwischenfall neulich, warst Du beim Gouverneur!? Davon hast Du gar nichts erzählt?" Alexandres Fingerspitzen strichen über ihren Bauch, umkreisten ihren Bauchnabel und schickten sich an ihre Schenkel zu erforschen...
Christina drehte sich mit einem leichten Seufzen auf den Rücken und zog sich die seidene Decke über ihren hüllenlosen Körper.
Die Nachmittagssonne sandte schmale goldene Strahlen wie suchende Lichter durch die nicht ganz geschlossenen Läden ihres Schlafzimmers, welches im ersten Stock ihres Hauses lag. Ihr Blick glitt unter fast geschlossenen Lidern an Alexandres Brust herunter zu dem kleinen Bauchansatz... Sie streckte ihren Finger aus und pickte ihn leicht. "Eure Köchin muß sehr gut sein!"
Er griff nach ihrer Hand und zog sie zu sich heran, aber sie entwand sie ihm wieder und rollte sich an die Bettkante, erhob sich und schlang das dünne Bettuch um sich wie eine Toga. Alexandre verfolgte ihren Weg mit dem Augen zum Spiegel, wo sie eine Bürste nahm und durch ihr Haar fuhr. So mußte Helena ausgesehen haben, königlich, göttlich. Eine Frau, für die Männer in den Krieg ziehen würden....
"Was gedenkt der Gouverneur zu unternehmen?"
Ihre Bürstenstriche wurden etwas langsamer bevor sie antwortete. "Er wird die Patrouillen verstärken und eine ständige Abteilung seiner Leute ist hier auf der Plantage präsent."
"Das ist alles?!" wollte Alexandre wissen und klang etwas verdrießlich.
"Können wir nicht von etwas anderem reden?!" Christina sprang auf und verschwand hinter dem Paravant. Das leichte Kribbeln in ihrem Magen, erinnerte sie an die leidenschaftliche Umarmung von James Kirk, die sie bei Alexandre nun, ... manchmal vermißte. Sie holte tief Luft und versuchte ihren heftigen Herzschlag zu besänftigen.
"Was hat er dazu gesagt, daß man dich beschuldigt am Sklavenhandel beteiligt zu sein?"
Er konnte es nicht lassen! - Christina tupfte sich das Gesicht ab. Natürlich war er nur eifersüchtig, nun, womit er sicher nicht ganz unrecht hatte, aber.... welchen Anspruch hatte Alexandre auf sie... er war verheiratet, ihre Beziehung fand nur im Bett statt und in gemeinsamen Transaktionen... Sie hatte ihm kein Eheversprechen gegeben, sie war eine ledige Frau, was erwartete er von ihr: Daß sie ihm bis ins hohe Alter treu blieb und dann ihre letzten verbliebenen Jahre alleine, wo auch immer, in Erinnerungen verbrachte....
Sie glitt um den Paravant. "Du bist eifersüchtig!"
Damit hatte Alexandre nicht gerechnet, aber eigentlich war ihm ihre Spontanität vertraut.
"Auf den aufgeblasenen Ordenträger!?"
Christina schmunzelte. Es kam nicht oft vor, daß Alexandre etwas aus sich heraus ging.
"Sag mir,..." sie kam zu ihm herüber und setzte sich neben ihn auf die Bettkante. Sie hatte das Bettuch gegen einen weißen Hausmantel eingetauscht, der durch eine breite Schärpe zusammengehalten wurde und wie ein Ballkleid beim Gehen um ihre Beine wirbelte. "...wie stellst du dir die nächsten Jahre vor?"
Er runzelte die Stirn. Diese Fragen konnte er gar nicht leiden. "Sollte ich sie mir anders vorstellen?!"
"Du hast Familie, wie sieht Deine Planung aus, wenn erst Enkelkinder da sind, was tust du, wenn deine Frau vor dir aus dieser Welt scheidet?"
Er richtete sich abrupt auf: "Ich werde dich sofort heiraten!"
Sie mußte schmunzeln angesichts diese plötzlichen, impulsiven Ausbruches. "Du vergißt, daß deine Frau 12 Jahre jünger ist als du und bei bester Gesundheit. Und wirst du mich auch noch heiraten, wenn wir beide schon nicht mehr richtig sehen und hören können und uns die Gicht quält?"
"Aber natürlich!"
Nun mußte Christina doch laut lachen. "Alexandre, du bist ein unverbesserlicher Träumer! - Und was ist mit mir? Ich lebe solange hier alleine, nur auf die paar Stunden im Monat wartend, die du mich besuchst, und die wir zusammen verbringen. Ganz davon abgesehen, daß unser Arrangement bereits zum Gesprächsthema Nr. 1 hier geworden ist und wir es nicht mehr lange aufrechterhalten können..."
"Verlangst Du von mir eine Entscheidung?" Er war aufgesprungen und begann sich anzukleiden.
"Natürlich nicht, aber wir müssen vorsichtiger sein."
"Es ist der Gouverneur, nicht wahr?"
"Er ist ungebunden und macht mir den Hof, wie du weißt." Es fiel ihr nicht leicht, ihm dies zu sagen, aber daß war sie ihm schuldig, dazu kannten sie sich zu lange.
Er nickte mit dem Kopf und es lag so eine unendliche Schwere in dieser Bewegung.
"Du verlangst also von mir, ich soll mich entweder von meiner Frau trennen, oder du heiratest den Gouverneur!"
"Aber nicht doch, Alexandre, so habe ich das nicht gemeint! Aber ich muß auch an meinen Ruf denken und du an den deiner Familie und vor allen Dingen deiner Kinder. Auf die das zurückfallen wird. Bitte versteh mich doch!"
Christina näherte sich ihm langsam und versuchte in seinem Gesicht eine Antwort zu lesen, obgleich ihr selbst nicht ganz klar war, was sie eigentlich wissen wollte...
Sie schmiegte sich an ihn und zog seinen Kopf zu sich herunter und küßte ihn zaghaft. Er nahm sie in die Arme, sanft, behutsam, tröstend...
Warum nur konnte er nicht immer hier sein...
Er küßte sie zart und hielt ihren Kopf in seinen Händen. Ein trauriges Lächeln strich über seinen Mund. "Ich kann meine Frau nicht verlassen. Du weißt, ich habe mein eigenes Vermögen verloren. Es existiert nur noch das meiner Frau. Was könnte ich dir bieten? Sollte ich von deinem Reichtum leben?"
"Natürlich! Was soll ich alleine damit!"
"Das könnte ich nicht."
Er küßte sie auf die Stirn und griff nach seinem Jackett, um sich in Richtung Tür zu wenden.
"Wann kommst Du wieder?" Christina wurde von plötzlicher Angst gepackt, daß sie ihn verloren hatte.
"Nächste Woche."
Er schloß die Tür lautlos hinter sich, ohne ein Wort, ohne ein Blick...
Sie sank auf ihren kleinen Hocker vor dem Spiegel, sie sah in ihr Gesicht, daß von dunklem welligen Haar umgeben war. Beinahe teilnahmslos bemerkte sie, daß Tränen in ihren Augen standen...Sie fühlte, daß sie etwas zerstört hatte, was ihr Leben bisher erfüllt hatte, ...allerdings war da noch etwas anderes auf das sie mit großer Neugier blickte, was sie auch nicht verlieren wollte, vielleicht sogar ein neues Glück, welches sie mit Keinem teilen brauchte, nur hatte sie dafür wohl auch einen Freund verloren.
Sie griff nach dem ersten Gegenstand den sie erreichen konnte. Es war ihre Bürste. Sie warf sie mit aller Gewalt gegen den Spiegel, der mit einem Knirschen einen Riß bekam.
Zwei Hälften, wie ihr Leben....


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Dezember 2007 )
 
 
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